Das muslimische Fastenbrechen zu Gast bei der evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten

Durch einen Zufall des Kalenders trafen dieses Jahr am 24. Mai drei Veranstaltungen aufeinander: die 18. Nacht der offenen Kirchen, der diesjährige „Tag der Nachbarn“ und das Fastenbrechen der Ibn-Rushd-Goethe–Moschee, das an jenem Freitag unter dem Motto „Interreligiöses Fest mit Freunden“ stattfand.

Unter der Leitung von Pfarrerin Rebecca Weinmann hatte die Kirchengemeinde, bei der die Moschee seit Juni 2017 untergebracht ist, gleich zwei Gründe, die Pforten ganz weit zu öffnen.

Akustisch begleitet von Orgelmusik, Trommeln und Oud (ein traditionelles arabisches Saiteninstrument aus der Familie der Lauten) sowie einer interaktiven Musikinstallation und von Lichtspielen, die die weiße Kirche plötzlich ganz bunt erleuchten ließen, fanden 50 Gäste den Weg nach Moabit.

Nachdem Imam Mohammed El-Kateb in der Moschee das traditionelle Gebet gesprochen hatte, brachen die Besucher, Muslime, Christen, Atheisten und Andersgläubige, gemeinsam ganz traditionell das Fasten mit Datteln und Wasser und bereiteten sich somit für das Essen in der Kirche vor. In der Kirche? Genau! Die Johanniskirche verfügt nämlich über eine interessante bauliche Eigenschaft. Rechts vom Altar gibt es einen offenen Raum, der sich neben dem Hauptschiff befindet. Man kann sich keinen besseren Ort im Hause Gottes für ein interreligiöses Fest unter Freunden vorstellen! Das fand die gelöste Tafelrunde auch, die mit orientalischen Leckereinen verköstigt wurde. Für die Besucher, die es wünschten, hatte die Kirchengemeinde Wein aufgetragen. Ganz spontan fungierten zwei Mitarbeiterinnen des Zentrums Miles (Beratungsstelle für lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche und intergeschlechtliche Geflüchtete sowie Menschen mit Migrationsgeschichte und deren Angehörige) des Lesben- und Schwulenverbands Berlin Brandenburg (LSVD) als „Bardamen“.

Gilles Duhem

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