Frauen

Frauenrechte im Islam

Frauenrechte im Islam

Dass ich heute die Predigt zu Frauenrechten im Islam halten darf, ist für mich ein sehr besonderes Anliegen, weil das für mich persönlich ein sehr wichtiges und dringendes Thema ist.

Der Islam ist nämlich eine Religion, die häufig mit Gewalt in Verbindung gebracht wird. Eine spezielle Gewalt soll dabei immer eine ganz bestimmte Gruppe treffen, nämlich die Frauen. Es wird gesagt: „Der Islam unterdrückt die Frau“, „der Islam ist frauenfeindlich“, „der Islam schließt Frauen aus dem öffentlichen Leben aus“ etc. Diese Positionen werden nicht nur formuliert, diese werden tatsächlich auch in Teilen der muslimischen Community gelebt. Das sieht man vor allem daran, wenn man den Koran wortwörtlich versteht. In der Sure 4, Vers 176 findet man: „Sie fragen dich um Belehrung. Sag: „Allah belehrt euch über den Erbanteil seitlicher Verwandtschaft. Wenn ein Mann umkommt, der keine Kinder hat, aber eine Schwester, dann steht ihr die Hälfte dessen zu, was er hinterlässt.“

Bestimmte Muslime lesen den Vers und sagen „Aha! Vers spricht gegen Frau, billigt Mann erbrechtliches Privileg zu und bekommt noch durch die heilige Offenbarung eine gewisse göttliche Legitimation.“ Geht man nach einer solchen Lesart vor, hätten wir gewaltige Probleme mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Mit dieser Lesart würde man aber zudem auch vieles mehr nicht zur Kenntnis nehmen, wie z.B. eine historisch-konkrete Situation, politische und gesellschaftliche Verhältnisse usw. Lässt man dies alles außer Acht, könnte man nicht verstehen, wieso dieser Vers überhaupt offenbart wurde. In welchem Zusammenhang ist dieser Vers im alten Wüstenarabien überhaupt entstanden?

Wenn man bedenkt, dass Frauen in dieser Zeit überhaupt nichts erben durften, dann gesteht dieser Vers den Frauen doch zumindest ein Erbrecht zu. Da ist also was völlig neues entstanden! Jetzt sollte man die Frage stellen, ob diese Lebensänderung für Frauen auf überwiegende Zustimmung seitens der muslimischen Gemeinde gestoßen war? Natürlich nicht! Den Männern wurde ein ganz zentrales Privileg durch diesen Vers genommen, nämlich das alleinige Recht auf Erben. Fatima Mernissi schreibt dazu: „„Dieser kleine Vers versetzte die männliche Bevölkerung Medinas in helle Aufregung. Sie befand sich zum ersten Mal in direktem und persönlichem Konflikt mit dem muslimischen Gott. […]. Die Männer fanden, dass die neue Gesetzgebung bezüglich des Erbes einen Bereich tangierte, in den der Islam sich nicht einzumischen hatte: ihre Beziehungen zu den Frauen.“

Es waren also Männer, die auf die Barrikaden gingen und sich dagegen gewehrt haben. Wobei doch der Geist des Verses war, Frauen an mehr Rechten heranzuführen.

Wie kann es eigentlich sein, dass diese Verbesserungen der Frauensituation über die Jahrhunderte hinweg keinen weiteren gesellschaftlichen Ausdruck fand? Wie kann es sein, dass man in der Vergangenheit stehen geblieben ist und man sich nicht die Frage gestellt hat, ob man die Situation von Frauen in Richtung Verbesserung weiter entwickelt hätte? In den Gassen Medinas hat man sehr kontrovers über die Gleichheit der Geschlechter gestritten.

Einer der Wortführer für Männerprivilegien war Umar Ibn al-Khattab, der zum Stamme der Quraish gehörte und sich immer wieder mit dem Propheten (s.a.w) anlegte, was vor allem Frauenrechte betraf. Er war Frauen gegenüber sehr aufbrausend und ungeduldig und ihnen gegenüber auch sehr streng. Seiner Ansicht nach und auch vieler Gläubigen in Medina sollte sich der Islam auf das geistige und öffentliche Leben beziehen, während das Privatleben weiterhin von der vorislamischen Zeit geprägt bleiben sollte. Es war ihm nicht geheuer, dass selbst seine eigene Frau ihm widersprach und diese als Vorbild den Propheten (s.a.w.) anführte. Umar selbst geriet nicht selten in Streit mit der Frau des Propheten (s.a.w) Umm Salma, wobei jeder der beiden für ihre Geschlechtsgenossen sprachen. So gab es auf der einen Seite die Forderungen der Frauen, an mehr Rechte beteiligt zu werden und auf der anderen Seite den vehementen Widerstand der Männer um Umar. Zudem waren es auch solche Männer die Gerüchte in die Welt setzten, um beispielsweise die Frauen des Propheten (s.a.w.) in Verruf zu bringen.

So wie diese Männer, die ich eben in dem Mernissi-Zitat genannt habe, waren sie es auch, die die Deutungshoheit über den Islam in den folgenden hunderten von Jahren besaßen. Und sie haben den Frauen erzählt, wie sie zu sein haben, wie sich zu kleiden haben, welche gesellschaftliche Rolle ihnen als Frau zukommt. Wie hätte sich eigentlich der Islam entwickelt, wenn Frauen Koranauslegungen angestellt hätten. Wenn also nicht Männer den Frauen gegenüber bevormundend aufgetreten wären. Hätten sie vielleicht aus dem Koran Dinge raus gelesen und verstanden, die ihnen keine einschränkende Rolle zugewiesen hätte?

Vielleicht gebe es dann keine unterdrückerischen Verhältnissen gegen Frauen in islamischen Ländern, wie z.B. in Afghanistan. Wo Frauen dort wirklich auf den unterschiedlichsten Ebenen leiden und täglicher Gewalt ausgesetzt sind, weil sie eben Frauen sind. Aber nicht nur in islamischen Ländern, auch in Europa gibt es das Phänomen, dass wenn muslimische Frauen sich für ein selbstbestimmtes Leben entscheiden, sie häufig von ihren Familien daran gehindert werden und dies dann am Ende sogar in Morden gipfeln kann.

Wenn man sich das alles anschaut, fragt man sich doch ernsthaft, ob das die Botschaft des Islams ist, Frauen zu unterdrücken. Wobei doch der Islam Verbesserungen für die Lebenssituation für Frauen im alten Wüstenarabien brachte. Und genau dieser Geist der Verbesserung ist schließlich verloren gegangen. Positiv gestimmt ist man aber dennoch, wenn man sieht, dass es immer wieder auch Frauen in Vergangenheit und Gegenwart gibt, die sich kritisch damit auseinandergesetzt haben. Zu nennen wäre die bereits erwähnte Fatima Mernissi oder auch Amina Wadud. Eine Frau, die ich persönlich sehr bewundere, ist Chadidscha, die erste Frau des Propheten. Sie galt in der damaligen Zeit als eine einflussreiche Händlerin, war selbständig und ergriff die Heiratsinitiative, also sprich: Sie hat um die Hand des Propheten (s.a.w) angehalten. Solche Frauen wünscht man sich doch wieder.

Warum halte ich als Mann eigentlich hier eine Predigt über Frauenrechte im Islam? Das hat zwei Gründe: Der eine Grund lautet, dass es einen identitären Diskurs gibt, der lautet, dass nur Frauen Frauen verstehen können, dass nur Männer Männer verstehen können, dass nur Schwule Schwule verstehen können usw. Mich persönlich interessiert es wenig, welches Geschlecht du hast, woher du kommst oder wen du liebst. Ich sehe dich also nicht als bloßes Geschlecht oder sonst was an, sondern ich frage dich, welche Überzeugung vertrittst du, sprich, für welche Werte trittst du ein? Haben wir eine gemeinsame Wertebasis gefunden für die wir zusammen kämpfen, ist es völlig unerheblich, woher du kommst oder wer du bist. Ich setze mich also für Geschlechtergerechtigkeit ein und sehe jeden als Verbündeten an, der sich ebenso dafür einsetzt, egal ob Mann oder Frau. Und deshalb möchte ich als Mann ein Zeichen setzen, dass auch Männer sich für Frauenrechte einsetzen können, ja auch im Islam. Das hat auch eine gewisse Tradition, wenn ich beispielsweise an Qasim Amin, einem ägyptischen Frauenrechtler aus dem 19. Jhd. und frühen 20. Jhd. erinnern darf, der sich für Frauenrechte eingesetzt hat und eine hitzige Debatte in Ägypten auslöste. Was ich damit sagen möchte, ist einfach nur, dass auch Männer Feministen sein können und ich mich in dieser Tradition auch selbst wiederfinde.

Der zweite Grund bezieht sich darauf, dass es muslimische Imame gibt, die frauenfeindliche Positionen islamisch begründen. Und leider sind es nicht wenige. Ich denke es ist an der Zeit, eigene muslimische Prediger zu zeigen und predigen zu lassen, die sich solidarisch mit Frauen erklären. Die diesen konservativen muslimischen Prediger sagen, dass auch ich als Mann zwar traditionell über Frauen Macht habe, aber ich darauf gänzlich verzichte, weil ich niemanden unter mir stehen haben möchte. Und ich denke der Geist des Korans hätte sich zu genau diesem Punkt der Gleichheit hinbewegt, wenn das Patriarchat nicht die Oberhand gewonnen hätte.

Und schließlich haben Frauen und Männer etwas, was sie gemeinsam teilen: eine Menschenwürde. Ein Philosoph aus dem 15. Jhd. Namens Pico Della Mirandola schrieb über die Menschenwürde: „Wir sind geboren worden unter der Bedingung, dass wir das sein sollen, was wir sein wollen.“

Um das zu erreichen, ist es wichtig, geschlechtergerechte Verhältnisse zu schaffen. Und das ist ein Auftrag, der sich an alle Menschen richtet.

Kinderehen

Kinderehen

Ihr Lieben, liebe Gemeinde, liebe Gäste!

Vielen Dank, dass Ihr da seid und vielen Dank, dass wir zusammen sein können, um über bestimmte Dinge nachdenken und uns Fragen stellen können.

Wofür ist eine Predigt da? Diese Frage stelle ich mir eigentlich jedes Mal, wenn ich über einer Predigt sitze oder Predigten zuhöre. Warum gibt es Predigten überhaupt, warum ist es notwendig, dass wir predigen? Was ist eine gute Predigt, was ist eine schlechte Predigt und wer bewertet das und muss man das überhaupt bewerten? Muss sie lang sein, muss sie kurz sein? Muss sie überhaupt irgendwie sein, gibt es da überhaupt ein „Muss“? Ich denke ein „Muss“ sollte es nicht geben, sie darf mal kurz sein und mal lang sein, das haben wir in unserer Gemeinde auch schon praktiziert. Der eine sagt, das war viel zu kurz, es hätte länger sein könne, der andere sagt, nein wir schlafen ja fast ein, warum so lang? All das kennen wir. Ich versuche immer, die Mitte irgendwie zu finden und Euch Anregungen zu geben, überhaupt über ein Thema nachzudenken und natürlich, um meine eigene Meinung einfließen zu lassen. Aber auch um zu schauen, was gibt es denn überhaupt in der Welt für ein Thema, um das dann mit Euch – nicht jetzt während der Predigt – aber danach zu besprechen oder einfach mal darüber nachzudenken. Und das sind oft Dinge, die täglich im Alltag passieren und uns anregen oder uns eine Idee geben für die Predigten. Und so ist das oft bei mir, dass wenn ich mich vorbereite zu einem Thema, dann etwas passiert, wo ich denke, nein ich möchte eigentlich genau darüber sprechen. Und so ist es passiert, dass ich gestern eine Beratung gemacht habe im Süden von Berlin. Sechs deutsche Frauen und Männer, die in der Beratungstätigkeit für Flüchtlinge tätig sind haben mich gebeten, sie zum Thema „Kinderehe“ zu beraten. Sie haben einen Fall, der sie fassungslos macht und sie sind ganz verzweifelt. Es war noch ein syrischer Übersetzer dabei. Und so habe ich eine Gruppe von Menschen vorgefunden, die sehr verzweifelt waren. Sehr verzweifelt darüber:

Was machen wir in einer Situation? Ein Vater – uns so erzähle ich Euch die Geschichte, was passiert ist – hat seine Tochter mit 16 Jahren einem jungen Mann übergeben, der Mitte, Ende Zwanzig ist. Er hat den Behörden gegenüber und auch diesen Menschen, die ich gestern getroffen habe, erklärt: Ich erlaube meiner Tochter bei dem Mann Soundso zu leben. Die beiden sind verlobt und sie werden dann heiraten, wenn sie 18 Jahre alt ist.

Und alle wissen, dass dieser Mann nicht darauf warten wird, bis die 16-jährige volljährig wird, dass er sie „heiratet“. Und was heißt das „heiraten“ in diesem Zusammenhang? Die Ehe vollziehen, also Geschlechtsverkehr. Die Mitarbeiterinnen dieser Einrichtung waren verzweifelt und hatten mich auch schon in der Zeit, als es passierte angerufen: Was sollen wir tun, wir sind uns so sicher, dass dort ein Kind gerade missbraucht wird. Wir sind uns so sicher, dass da eine Ehe vollzogen wird nach islamischen Verständnis, die aber für uns nicht akzeptabel ist und sie waren bei Jugendamt und haben das alles so vorgetragen. Das Jugendamt als Behörde hat gesagt, sie können nichts unternehmen, wenn der Vater damit einverstanden ist. Und als man es irgendwie geschafft hat, das Mädchen zu sprechen, hat das Mädchen gesagt, dass sie alles freiwillig macht, meine Familie will das, es ist alles in Ordnung, mit geht es gut. Auch da greift das Jugendamt nicht ein. Was passiert mit dem Kind – alle sind verzweifelt – es ist ein Kind und es entwickelt sich weiter. Es heißt, sie sei jetzt schwanger und dann heißt es, nein, sie ist doch nicht schwanger. Wie sollen wir reagieren? Wenn wir das jetzt an die große Glocke hängen, wenn wir uns jetzt darum kümmern, könnte es sein, dass dieser junge Mann, der ja jetzt ihr „Ehemann“ ist, kommt und uns das Haus zusammenschlägt. Die Angst der Behörde oder die Angst dieser Menschen, die ich gestern getroffen habe ist, dass wenn sie reagieren, ein Mann kommt und das Büro dieser Beratungsstelle auseinandernimmt.

Wie können wir jetzt darauf reagieren war die Frage. Wir haben ein langes Gespräch geführt und dieses lange Gespräch und dieses Erlebnis hat mich dazu angeregt, hier zum Thema Ehe, Sexualität, Familie überhaupt ein wenig vorzutragen. Aus den Büchern, die ich habe, aber auch meine Gedanken, die ich dazu habe. Das ist ein Einzelfall sagen viele, das ist kein Einzelfall sage ich. Vielleicht will das Mädchen das auch, sagen einige und ich sage, wer weiß, ob sie überhaupt eine Möglichkeit hat, alleine zu sprechen. Sie ist ständig unter Kontrolle. Niemand schafft es, mit ihr alleine ein Gespräch zu führen. Vielleicht schafft sie es, in einigen Jahren aus dieser Situation heraus zu kommen. Und dann gibt es welche die meinen, naja, sie macht das alles vielleicht wirklich freiwillig und dann müssen wir das akzeptieren.

Sollen wir Kinderehen hier in Deutschland akzeptieren? Und müssen wir das akzeptieren und hinnehmen und dürfen wir das nicht kritisieren, weil das im Islam so ist? Es wird ganz oft damit verteidigt: Es ist so im Islam, es ist bei uns so.

Ich habe mir viele Gedanken gemacht seit gestern und ich mache mir diese Gedanken natürlich seit 30 Jahren und immer wieder kommen wir zu dem Punkt, dass es um das Thema Sexualität geht. Im Buch der „Weisungen für Frauen“ von Abu l-Faradj Ibn al-Djauzi habe ich ein Kapitel herausgesucht, was ich vorlesen möchte. Jetzt kann jeder sagen, ach Mindermeinung existiert nicht. Aber wir müssen uns damit auseinandersetzten, dass diese Dinge in Büchern geschrieben stehen und verbreitet werden. Mein Argument, warum ich Euch das vorlese, ist nicht, dass ich das vertrete, sondern ich möchte Euch – und dafür denke ich, ist eine Predigt geeignet – ich möchte Euch etwas vortragen, was in der Welt kursiert über unseren Glauben, den Islam, über die Rolle der Frau, des Mannes und der Familie.

In Kapitel 6 heißt es hier: „Von der Beschneidung der Frau“.

Warum fange ich mit diesem groben Thema an? Weil ganz oft gesagt wird: Das hat nichts mit dem Islam zu tun. Aber wenn wir das Büchlein „Weisungen für Frauen“ haben, herausgegeben vom Verlag der Weltreligionen hier in Deutschland und wenn das übersetzt wurde, dann existiert doch sogar etwas Schriftliches darüber, dass es im Islam Beschneidungen für Frauen gibt. Nun, diese Diskussion müssen wir hier nicht weiter ausführen. Ich will Euch das nur vorlesen und nachher aus anderen Büchern noch weiter gehen:

Die Beschneidung ist Pflicht bei Mann und Frau. Über die Sitte der Beschneidung ist überliefert: In Medina gab es eine Frau, die beschnitt. Der Prophet, Gott segne ihn und schenke ihm Heil, sprach zu ihr:

“Beschneide nicht viel. Das ist für den Vorteil der Frau und ist für den Mann anziehend.“ Zitatende.

Es wird der Prophet hier zitiert! Es wird hier gesagt, dass ist ein Hadith, es wird gesagt, es ist vorgekommen, es ist passiert. Deshalb müssen wir uns darüber Gedanken machen.

In einem anderen Hadith heißt es:

“Media, wenn Du beschneidest, beschneide nur wenig. So wie Du auch nur wenig Parfüm aufträgst. Es macht sie angesehener und ist genussvoller für den Ehemann.

Zitatende.

Abu l-Faradj Ibn al-Djauzi sagte, dass der Grund, warum die Frauen ursprünglich beschnitten wurden, nicht darin lag, die Schönheit zu vergrößern ohne das Begehren zu schwächen, sondern allein der war, ihre Sittsamkeit zu erhöhen. Sittsamkeit ist ein Stichwort, was immer wieder Thema ist. Der Gesandte Gottes, Gott segne ihn und schenke im Heil, meinte mit seiner Rede: Beschneide nicht viel. „Das man beim Geschlecht der Frau nur so viel abschneidet, dass es ihr zu einem Grad der Mäßigung verhelfe. Denn wenn die Begierde gänzlich abnimmt, versiegt auch der Genuss. Solches aber führt zur Verminderung der Liebe zwischen den Eheleuten, die bekanntermaßen eine Fessel ist, die von Unzucht abhält.“

Der Prophet soll also gesagt haben: Bitte nicht zu viel wegschneiden, sondern nur ein bisschen, denn sonst würde die Frau nicht genießen können.

Das heißt, der Prophet sagt im Grunde genommen, die Frau soll auch genießen und deshalb bitte nicht zu viel wegnehmen, denn die Liebe, der Genuss, das fesselt ja die beiden an einander.

„Einige der ehrbaren Leute pflegten über die Beschneidung zu sagen: Beschneide nur das, was sichtbar ist. Die meisten Sittsamen sind beschnitten. Die Unzucht des Mannes und sein Verlangen zielen mehr auf indische und byzantinischen Frauen, da deren Begehren nach Männern heftiger ist. Dafür kann es keine andere Erklärung geben, als die, dass sie einen Überschuss der Haut an der Klitoris besitzen.“

Solche Sätze sind ernsthaft erst vor ein paar Monaten im türkischen Fernsehen gelaufen! Es ist nicht so, dass ich Euch hier etwas vortrage, was aus einem Schriftstück ist, das aus einem Jahrhundert kommt, auf dass wir uns nicht mehr beziehen müssen, sondern es gibt Menschen, die sich genau das herausnehmen und das im Fernsehen oder Moscheen verkünden.

„Meistens bewegt Frauen zum lesbischen Liebesspiel das Aneinander reiben der Stellen, die zur Beschneidung bestimmt sind. Weil sie dort eine herrliche Lust empfinden. Immer dann, wenn diese Stelle bei einer Frau reichlicher ausgeprägt ist, wird jener Akt genussvoller. Deswegen positionieren die geschicktesten Männer ihren Penis so, dass sie damit den Ort der Beschneidung – die Klitoris – kraftvoll berühren können, denn dort vereinen sich die Begierden.

Der Beweis, dass die Beschneidung eine Notwendigkeit ist, liegt in der Verletzung, die dadurch entsteht und in der Entblößung der Scham. Wäre es nämlich keine Notwendigkeit, würde es keinen Spielraum dafür geben.“

Die Logik erschließt sich mir nicht, aber anderen offensichtlich.

Und was im am Ende dieser Geschichte, die ich einleitend erzählt habe, passiert? Meine Überlegungen dazu sind: Da ist ein junger Mann, der sollte heiraten, er hat Bedürfnisse nach Sexualität und bevor er Unzucht begeht – und das wird an vielen Stellen auch immer gesagt – führt man ihm lieber eine Frau zu, so dass er seine Sexualität leben kann. Denn am Ende geht es darum, dass er nicht Unzucht begeht. Und wenn man von dieser Idee ausgeht – und von dieser Idee gehen viele Familien leider aus – führt man eben dem Mann eine junge Frau zu, die sich nicht wehren kann.

Und damit wären wir bei dem Thema Zwangsverheiratung und Zwangsehen.

Ist das erlaubt, ist das genehmigt? Nein, selbstverständlich nicht! Dennoch wird sehr viel und sehr gerne Bezug genommen auf die Gebote zum Heiraten und über den Vorzug der Ehe. Wie auch in dieser Überlieferung:“Wir waren jungen Männer und hatten nichts, als wir mit dem Gesandten Gottes – Gott segne ihn und schenke ihm Heil – zusammen waren. Da sprach er:“ Ihr jungen Männer, wer es von euch vermag, ein Heim zu bereiten, der soll heiraten. Denn das lässt den verlangenden Blick versiegen und bewahrt das Schlecht vor Übel. Wer das nicht kann, soll fasten. Denn das Fasten hält sein Begehren im Zaum“.

Im Kapitel 63 – und damit komme ich gleich langsam zum Ende – geht es um das Gebot „Ein Mädchen zu verheiraten, wenn es volljährig ist“. Überliefert ist: „Es gibt drei Dinge, die du auf keinen Fall aufschieben darfst: Das Gebet, wenn die Zeit dafür gekommen ist, das Begräbnis, sobald es vorbereitet ist und die ehelose Frau zu verheiraten, wenn du einen geeigneten Mann für sie gefunden hast“. Der Gesandte Gottes, Gott segne ihn und schenke ihm Heil, sagte: „Wer erkennt, dass sein Kind heiratsfähig ist und die Möglichkeit hat, es zu verheiraten, tut es dann aber nicht und es geschieht etwas deswegen, so liegt die Sünde bei beiden.“

Ich erspare Euch den Rest, aber wenn wir über diese Themen diskutieren, dann deshalb, weil es die Praxis ist und die Praxis ist es deshalb, weil es Leute gibt, die diese Praxis ausüben, weil es diese Schriften dazu gibt. Und nicht, weil sie sich das eigens ausgedacht haben! Es gibt Menschen, die sich darauf berufen und meiner Ansicht nach sollte es unsere Aufgabe sein, das Narrativ der Erzählungen zu erkennen beziehungsweise wir müssen wissen, dass es das gibt, damit wir auch daran arbeiten können, etwas daran zu verändern. Das machen wir hier in unserer Moschee, was nicht bedeutet, dass wir am Ende die besseren Menschen sind. Ich will mich hier nicht als arrogant hinstellen, aber an dieser Stelle möchte ich es doch sagen: Ich finde es nicht richtig, wenn Kinder verheiratet werden und ich finde es falsch, wenn wir nicht dagegen aufbegehren. Ich finde es falsch, wenn man sich aus Angst vor der Gewalt von irgendwelchen Männern zurückhält. Denn am Ende sind das – und wenn es nur Einzelfälle sind – Menschenrechte, die da verletzt werden! Jede einzelne Frau, jedes einzelne Kind ist es wert, dass wir uns zu Wehr setzten.

In vielen Gesprächen mit Journalisten höre ich: „Wie viele sind es denn überhaupt? Es gibt doch so wenig Kinderehen, da muss man doch nicht so viel Theater machen“.

Ich habe heute Morgen ein Interview gegeben und der Journalist aus Österreich sagte: „Im Kindergarten sind es doch nur ganz wenige Mädchen, die ein Kopftuch tragen.“ Was heißt denn „ganz wenige“? Jedes einzelne Kind ist es doch wert, dass ich dagegen aufbegehre, dass ich protestiere. Warum muss es erst eine Vielzahl sein von Hunderttausenden, ab welcher Zahl gelten die Menschenrechte? Und ab welcher Zahl gilt die Liebe und Barmherzigkeit? Ab welcher Zahl setzten wir uns für Menschen ein und wenn der Begriff von Ehe, das Heiraten, wenn all das von Überlieferungen bestimmt wird, dann finde ich, ist es unsere Aufgabe, dagegen zu halten. Wir finden hier Sätze wie: “Die Ehe ist eine Sklaverei und eine Knechtschaft. Und darum soll genau geschaut werden, wer wen verheiratet. Über die Vorzüge des Heiratens sind die Meinungen der Gelehrten geteilt. Die einen übertreiben so sehr, dass sie meinen, heiraten sei besser, als sich ausschließlich den Dienste Gottes zu widmen. Andere erkennen zwar dessen Vorzüge an, meinen aber, der ausschließliche Dienst Gottes sei das bessere, vorausgesetzt, dass der Geschlechtstrieb nicht so stark ist, dass er das seelische Gleichgewicht stört und durchaus seine Befriedigung verlangt. Wieder andere behaupten, in den jetzigen Zeiten sei es besser, nicht zu heiraten. Während es früher umgekehrt war, als man beim Erwerb nicht so sehr auf der hut zu sein brauchte und die Frauen noch keinen so üblen Charakter hatten.“ Und ihr werdet in diesem gesamten Buch immer wieder finden, wie schlecht doch die Frauen eigentlich sind und dass sie gemäßigt werden müssen.

Selbstverständlich habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, was finde ich denn im Koran zum Thema Ehe. Wo finde ich eventuell den Hinweis, ob eine Jungfrau gefragt werden

darf oder nicht. Ich habe mich lange mit dem Thema Zwangsheirat beschäftigt, wie viele wissen. Und es ist sehr schwierig, dort explizit etwas zu finden. Die Frage ist immer: Was ist die Norm, was ist die Sittlichkeit, was ist die Moral um die es geht. Und auch am Ende des Tages kommen wir nicht umhin, uns Gedanken darüber zu machen, was wollen Religionen, wenn sie sich zu den Themen Ehe, Sitte und Moral äußern? Was ist eigentlich der Sinn und Zweck dahinter? Und da kann man durchaus finden, dass Dinge, wie das Anregen zur Heirat doch auch ihr Positives hatte. Wenn ich da genau ins 7. Und 8. Jahrhundert gehe und mir die Vorschriften und Formulieren anschaue, weil ich mir Gedanken mache, was war denn in dieser Zeit, wie war die Gesellschaft. Dann kommt man dazu, das bestimmte Dinge, die wir aus unserer heutigen Sicht als sehr frauenfeindlich oder menschenverachtend betrachten, vielleicht gar nicht so sind und so gedacht waren. Auch das Drängen in die Ehe. Als Familienrechtsanwältin weiß ich, dass die Idee der Verheiratung auch etwas mit der Idee der Verantwortung hatte. Dass nämlich die Frauen nicht einfach nur benutzt wurden, sondern dass die Männer Verantwortung tragen und deshalb eher die Ehe befürwortet wurde. Dass es dann aber im „Buch der Ehe“ von al Ghazali in die andere Richtung beschrieben wurde, das ist sehr viel später, im 12. Jahrhundert passiert. Deshalb wünsche ich mir – ich kann Euch nicht dazu drängen, aber deshalb wünsche ich mir, dass Ihr Euch das genauer anschaut, in welchem Jahrhundert hat al Ghazali geschrieben und wie waren die Verhältnisse vorher. Die Überlegungen waren, dass die Eheschließung für die Frauen ein Schutz sein soll, dass sie eben nicht einfach nur benutzt werden und mit ihren Kindern allein zurückgelassen werden, dass es den vielen alleinerziehenden Frauen ohne Versorgung, die es damals schon gab, nicht passieren soll. Dies war mit eine Überlegung. Und deshalb ist die Idee der Ehe nicht alles schlecht gewesen. Natürlich nicht. Im Koran heißt es dazu in Sure 2:223:

„Eure Frauen sind euer Acker. Geht zu eurem Acker, wenn ihr wünschen mögt, aber sorgt zuerst mit etwas für eure Seelen und bleibt euch Gottes bewusst und wisst, dass euch bestimmt ist, ihm zu begegnen und gebt frohe Kunde jenen, die glauben.“

In der Fußnote heißt es zu der Stelle „Aber sorgt zuerst für eure Seelen vor“: „Mit anderen Worten, eine spirituelle Beziehung zwischen Mann und Frau wird als die unverzichtbare Grundlage der sexuellen Beziehung postuliert.“

Der Vers, der oft zitiert wird „Eure Frauen sind eure Acker“ um zu belegen, dass der Islam frauenfeindlich ist, dieser Vers ist nicht nur einfach so als frauenfeindlich zu betrachten. Wenn man sich den Text genau anschaut, geht es schon durchaus in dieser Stelle darum zu sagen: „Aber sorgt zuerst mit etwas für eure Seelen vor“. Ist das jetzt eine Beschönigung, wenn ich sage, so wie auch der Kommentator Mohamed Asad sagt, dass es eine Beschönigung, ein Freisprechen sei? Nein, ich denke, dass wir uns die Texte immer mystisch und im übertragenen Sinne und in Bildern vorstellen müssen und nicht wortwörtlich nehmen können, weil es eine andere Sprache war, als die Suren offenbart wurden. Mit anderen Worten, eine spirituelle Beziehung zwischen Mann und Frau wird als die unverzichtbare Grundlage der sexuellen Beziehung postuliert. Es ist schon so, dass auf die Ehefrauen Bezug genommen wird und das Miteinander eine wichtige Rolle spielt. Nichtsdestotrotz benutzen viele Menschen genau diese Stelle, um zu sagen: „Ich als Mann habe das Recht über dich als Frau zu entscheiden.“

Es gibt noch eine andere Stelle, die ich zitieren möchte. Sure 30 Vers 22:

„Und unter seinen Wundern ist dies: Er erschafft für euch Partnerwesen aus eurer eigenen Art, auf dass er ihnen zuneigen möget. Und er ruft Liebe und Zärtlichkeit zwischen Euch hervor. Hierin sind fürwahr Botschaften für Leute, die denken.“.

Und hier haben wir im Abschluss genau das, was wir hier oft genug besprechen: Es sind die Partnerwesen, nicht Mann und Frau. Vorher war das eine Ehefrau, die explizit bezeichnet wurde, aber man muss auch da – wie gesagt – tiefer hinschauen.

Unter dieser Sure: „Unter seinen Wundern“ die Liebesbeziehung als Wunder der Schöpfung zu sehen, finde ich, könnten wir so viel mehr subsumieren. Es ist die Schöpfung des Himmels und der Erde und die Vielfalt eurer Zungen und der Farben. Wir sind so vielfältig. Und so unterschiedlich. „Und er ruft Liebe und Zärtlichkeit zwischen Euch hervor. Hierin sind fürwahr Botschaften für Leute, die denken.“.

Mütter

Mütter

Im Namen Gottes des Allerbarmers des Barmherzigen

Ich suche Zuflucht bei Gott, vor den Einflüsterungen des Teufels.

Alles Lob und aller Dank gebühren alleine Gott, dem Einen, der Niemanden neben sich hat.

Ich bezeuge, dass es nur den Einen Gott gibt,das Muhammad sein Prophet ist und dass ich alle Propheten vor ihm genauso anerkenne und achte und alle heiligen Schriften,die sie erhielten.

Mein islamischer Name ist Zahra, ich bin Muslima und seit August 2017 aktives Gemeindemitglied hier. Gott sei aller Dank dafür! Sonst sitze ich immer Freitags hier auf dem Gebetsteppich um einer Khutbah zuzuhören und heute darf ich diese Predigt halten. Dank sei Gott dafür,dass in unserer Moschee auch Frauen eine Predigt halten können. Schon viele Tage zuvor konnte ich vor Aufregung kaum schlafen und tausende Gedanken schwirrten wie kleine Vögel in meinem Kopf herum.Ich suchte nach einem Thema für meine Predigt,dabei vielen mir so viele ein, die ich sehr interessant fand und ich konnte mich einfach nicht entscheiden.Der 11. Mai, der Tag wo ich die Predigt halten sollte kam immer näher. Gott öffnete mir rechtzeitig die Augen und zeigte mir das Thema meiner ersten Khutbah. Der Vatertag war schon, aber der Muttertag liegt noch vor uns.Ist schon seltsam, das ich als Mutter diesen Tag ganz vergessen hatte.Endlich war mein Thema gefunden.Eine Mutter erinnert an alle Mütter.

Lasst mich bitte um ruhiger zu werden ein kurzes Bittgebet vom Prophet Moses (a.)aus dem heiligen Quran, Sure 20 Ta Ha Verse 25-28 rezitieren:

„Mein Herr, weite mir meine Brust, und mache mir meine Angelegenheit leicht. Und löse die Knoten in meiner Zunge, so dass sie meine Worte verstehen.“

Am Sonntag ist zu Ehren aller Mütter wieder Muttertag, wie jedes Jahr. Wir in Deutschland feiern ihn jeden 2. Sonntag im Mai. 1922/23 wurde dieser Tag durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten „Ehrt die Mutter“ in den Schaufenstern etabliert und – betont unpolitisch – als Tag der Blumenwünsche gefeiert.

Auf der ganzen Welt feiert man diesen Tag zu unterschiedlichen Zeiten. Z.B. ist er in Belgien im August zu Mariä Himmerlfahrt. Im Iran ist der Muttertag zugleich der Geburtstag von Fatima Zahra (a.) der Tochter des Propheten Muhammad(s) und in anderen Ländern feiert man diesen Tag nicht extra, sondern verbindet ihn mit dem Frauentag. Z.B. Macht man das in Afghanistan, Bulgarien.

Ich finde, dass es nicht wichtig ist, wann man ihn begeht, sondern das man an alle Mütter denkt! Egal wann!

Eigentlich sollte jedes Kind täglich an seiner Mutter denken und sie ehren, nicht nur einmal im Jahr. Im Islam ist jeder Tag ein Ehrentag für beide Eltern, denn

im heiligen Quran, in Sure 17, Vers 23 steht:

„Und dein Herr hat befohlen: „Verehrt keinen, außer ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dass nicht ‚Pfui!‘ zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise.“

Prophet Muhammad (s.a.s.) wurde einmal gefragt:

„Oh Prophet Allahs! Wer verdient meine Gesellschaft und Fürsorge am meisten?“ Allahs Prophet (Allahs Sehen und Frieden auf ihm und seiner Familie) antwortete:

„Es ist deine Mutter.“ Der Mann fragte: ‚Und wer dann?‘ Er (s.) sagte: „Deine Mutter.“ Wieder fragte der Mann: ‚Und wer kommt dann?‘ Er (s.). sagte: „Deine Mutter.“ Der Mann fragte wieder: ‚Und wer kommt dann?‘ Er (s.) sagte: „Dein Vater, dann der nächste und der nächste.“ (Dieser Hadith wurde von Buchari und Muslim berichtet.)

Diese Überlieferung zeigt doch die hohe Stellung einer Mutter und diese wird noch durch eine weitere Überlieferung bestärkt, wo unser Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie sagte:

„Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter!“

Gott segne Muhammad und die Familie Muhammads!

Eine Mutter trägt ihr Kind 9 Monate unter ihrem Herzen. Sie schützt es in dieser Zeit mit ihrem Körper und versorgt es mit ihrer Nahrung. Sie ist mit dem noch Ungeborenen durch eine Nabelschnur verbunden. Eine Mutter bringt das Baby zur Welt. Danach ist sie wieder es, die ihm Nahrung gibt und die sich um das Neugeborene kümmert bis es groß ist und selbstständig wurde.

Der Islam misst der Rolle der Frauen als Mutter eine sehr große Bedeutung bei, denn gemäß seiner Lehre liegt das Schicksal der Gesellschaft in der Hand der Mütter und sie gelten als das wichtigste Element für die Entfaltung der Mitglieder einer Gesellschaft.

Eine Mutter übt als Erzieherin einen wesentlichen Einfluss auf ihre Kinder aus, das Kind ahmt sie nach und richtet sich nach ihrem Verhalten. Somit haben die Mütter eine große Verantwortung, dessen sich manche gar nicht so richtig bewusst sind. Die Mutter ist es zumeist, die den Kleinen das sprechen beibringt oder das sitzen, stehen und laufen. Die Mutter zeigt dem Kind, wie es essen soll und so vieles mehr. Eine liebevolle, fürsorgliche Mutter wird dem Kind sehr viel Liebe und Zuversicht mit auf seinem Wege geben. Es heißt nicht umsonst, das die Kinder, das Spiegelbild der Eltern sind.

Ich möchte hier in dieser Predigt auch kurz an die „Mütter der Gläubigen“ erinnern.

Als Mütter der Gläubigen werden die 13 Ehefragen des Propheten Muhammad (s.), gemäß dem 7. Vers aus dem Heiligen Quran von der Sure 33: Die Gruppierungen/al Ahzab bezeichnet:

„Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Frauen sind ihre Mütter …“

„Die Mütter der Gläubigen“ hatten eine wichtige Funktion in der jungen islamischen Gemeinschaft. Sie unterwiesen vor allem Frauen, manchmal auch Männer in geistigen Dingen, überlieferten und erläuterten Lehren des Propheten Muhammad (s.) in allen Lebensbereichen, halfen Kranken und Niedergeschlagenen und dienten der Sache des Islam auf vielerlei Art und Weise. Der Lebenslauf von allen Müttern der Gläubigen, gab nicht nur Einblicke in deren Familienleben und ihren Lebensumständen der damaligen Zeit, sondern zeigte auch ein anschauliches Beispiel für die Rolle der Frauen bei der Ausbreitung des Islam und war ein Schlüssel zum Verständnis vieler Quellentexte. Nach dem Ableben des Propheten durften die Frauen ihre Räumlichkeiten nicht mehr verlassen auch keine neue Ehe mehr eingehen, während normalerweise eine Witwe nach Ablauf der vorgeschriebenen Wartezeit wieder heiraten konnte. Damit sollte die hohe Stellung als „Mütter der Gläubigen“ nochmals gefestigt werden.

Gott möge Ihnen allen Frieden schenken!

Möge Gott, Al-Mu’min (der Wahrer der Sicherheit), der Barmherzigste allen Müttern auf der ganzen Erde, Sein Licht und Seine Liebe in Ihre Herzen legen!, damit Sie ihre Kinder mit viel Liebe und Licht und Achtung gegenüber andersdenkenden Menschen erziehen!

Alles Lob und aller Dank gebühren alleine Allah, unserem Gott, dem Herrscher am Tage des Gerichts.

Ihm alleine dienen wir und Ihn alleine beten wir an!

Friede sei auf Muhammad und seiner Familie, so wie auf allen Menschen, die Gutes tun und Schlechtes verbieten und die Frieden schaffen!

Einen gesegneten Freitag allen hier im Raum!

Herausragende Frauen im Islam

Herausragende Frauen im Islam

Bismillahir/Rahmanir/Rahim
Im Namen Allâhs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Al salam alykum wa rahmatullah wa barakatuh –
Der Friede sei mit euch, die Barmherzigkeit Allâhs und Sein Segen!

Sure al-‚Alaq (Das Sich Anklammernde/die Keimzelle), Aya 1-5:

  1. Lies! Im Namen deines Herrn, Der erschuf –
  2. Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden.
  3. Lies! Denn dein Herr ist gütig,
  4. Der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat –
  5. Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.

Ein Ausspruch des Propheten Muhammad (Gott segne ihn und schenke ihm Heil), lautete: „Das Streben nach Wissen ist Pflicht für muslimische Männer und muslimische Frauen.“ Aber wenn wir in unseren Bücherregalen nach einem islamischen Buch sehen, finden wir unter anderem Hadith-Werke von Bukhari und Muslim, einige Werke von Ghazali, Ibn Arabi, etliche Werke über die Sira des Propheten, aber alles von Männern geschrieben. Wenn wir von den Sahabia sprechen, dann fallen uns ganz schnell Namen ein wie: Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali, alles Männernamen. Fast zaghaft sagen wir dann noch Khadidscha, `Aischa Fatima, – als Ehefrauen und Tochter. Wo sind die Frauen, die die islamische Welt mitgeprägt haben, die Sahabiat?

Ja, es gab sie! Ihre Namen und ihre Bedeutungen sind nur in den vergangenen Jahrhunderten bis auf einige wenige vergessen worden, besonders in den letzten beiden Jahrhunderten, in denen die Männerherrschaft dominierte und die Frauen fast namenlos blieben.

Gott als der Schöpfer erschuf Männer und Frauen als ebenbürtige Wesen aus einer Seele. „O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen. (…) . Wahrlich, Allah wacht über euch.“ (4:1)

Begeben wir uns also auf den Weg in die Geschichte, erkunden wir, wie Frauen nach Wissen strebten und als bedeutende Gelehrtinnen wirkten. Ich möchte sie heute anlässlich des gestrigen Internationalen Frauentages ehren.

Laut Bukhari sagte der Prophet- salla Allahu 3alayhi wa salam): „Wer auch immer mit der Absicht, nach Wissen zu streben, einem Weg folgt, dem wird Allâh den Weg ins Paradies erleichtern.“

Der Qur’an und die Hadithe (die überlieferten Aussagen des Propheten) ermutigten Frauen wie Männer, nach Wissen zu suchen. Auch die Frauen haben wesentliche Beiträge zur Erziehung und auf vielen anderen Gebieten geleistet. Die erste und wichtigste unter ihnen war ‘Aischa, eine der Ehefrauen des Propheten und die Frau mit dem meisten Wissen in den ersten Jahrzehnten des Beginns der islamischen Zeit. ‘Aischa verfügte über einen außerordentlichen Verstand und ein hervorragendes Gedächtnis. Sie gilt unter den sunnitischen Muslimen als eine der verlässlichsten Quellen und als erste Lehrerin für Hadithe. Sie hatte Wissen vom Koran, den Anteilen des Erbrechts, den erlaubten und verbotenen Dingen, Dichtung, Literatur, Arabische Geschichte, Abstammungslehre und Medizin im Allgemeinen.

Die erste Madrassa (Schule) für Frauen mit einer Lehrerin wurde im Haus von ‘Aisha gegründet. Auch Männer konnten an ihrem Unterricht teilnehmen.

Sowohl Männer als auch Frauen nahmen also an ihrem Unterricht teil.

Sie kannte den gesamten Koran auswendig und war Zeugin vieler Ereignisse der frühen Geschichte des Islam, die sie weitergab. Dank ihrer Überlieferungen wissen wir viele Details aus dem privaten sowie öffentlichem Leben des Propheten, es gibt über 2000 Ahadith (Aussprüche, Anweisungen und Handlungen des Propheten.

Als der Prophet starb, war `Aisha war erst 18 Jahre alt, galt jedoch bereits als religiöse Gelehrtin. Über die nächsten vier Jahrzehnte bis zu ihrem Tod, wurde sie von Muslimen konsultiert wegen ihres beträchtlichen Wissens und Verständnisses des Qur’an, der islamischen Rechtsprechung (Fiqh), der islamischen Lehren und Traditionen (Sunnah). Dank ihr gab es also schon eine Reihe von weiblichen Gelehrtinnen.

Zum Beispiel war ‘Aischas Schülerin und enge Freundin, Amra bint ‘Abdurahman eine herausragende Gelehrte, deren Lehrmeinungen diejenigen anderer ‘Ulama‘- Gelehrte überragten. Sie gilt als erste Quelle bei drei Rechtsfragen: das Verbot der Öffnung von Gräbern, die Untersagung des Verkaufs unreifer Früchte sowie die Auswirkungen von beschädigter Ernten beim Verkauf landwirtschaftlicher Produkte. Das waren damals wichtige Punkte.

In den Überlieferungsketten des Ahadith gehörten auch Frauen, wenn auch nicht viele.

Dennoch haben sie sich große Verdienste im Tradierungswesen der Ḥadiṯhwissenschaft erworben.

z.B. die Hadithgelehrte Shuhda bint Abi Nasr Ahmad al-Ibari (gest. 1178) wird als eine der besten Gelehrten ihrer Zeit bezeichnet. Sie unterrichtete unter anderem die Hadithwerke von Bukhari und hatte eine große Anzahl von Schülern in Bagdad. Sie war unter den Namen “al-Katiba” (die Schreiberin) aufgrund ihrer Kalligrafiekünste bekannt. Shuhda wird bei Ibn Khallikan folgendermaßen beschrieben: „Shuhda gehörte zu der Art Gelehrter, die auch über eine sehr gute Handschrift verfügten. Viele Leute “hörten” und lernten von ihr. Sie hatte deshalb eine große Anhängerschaft und ihr Publikum bestand aus Jungen und Alten. Sie wurde sehr bekannt und ihre Berühmtheit sprach sich weit herum.”

Der Gelehrte al-ʿAsqalānī (1449) beschreibt in seinem biographischen Werk für das vierzehnte Jahrhundert die Biographie von 170 Gelehrtinnen, unter anderem auch von Zaynab bint al- Kamāl (1339), die in Damaskus unter der mamlukischen Dynastie lebte und in ihren späteren Lebensjahren eine große Anerkennung als Lehrerin in der Ḥadithwissenschaft genoss. Aufgrund ihrer zahlreichen Lehrdiplome (ijazas), wurde ihr der Titel ‚musnidat ad-dunya‘ zugeschrieben.

Nafisa bint al-Hasan (762-824) ist die Großenkelin des Propheten und die Tochter von al-Hasan ibn ‘Ali Sie kannte den Koran auswendig und kannte sich auch im Kommentieren des Korans (Tafsir) aus und auch in rechtlichen Fragen. Sie wuchs in Medina auf und zog später, nach ihrer Eheschließung mit Ishaq ibn Ja’far, nach Fustat , dem Vorläufer von Kairo. Sie hielt öffentlichen Unterricht, an dem auch Imam ash-Shafi’i und verschiedene zu der Zeit berühmten Gelehrten teilnahmen. In seinem letzten Willen verfügte ash-Shafi’i, dass seine Totenbahre auf dem Weg zum Friedhof an ihrem Haus innehielt. Er war Begründer einer der vier – heute bestehenden – Rechtsschulen des Islam. In Kairo habe ich ihre Moschee besucht, sie wird noch heute in Ägypten als Volksheilige des Islam verehrt.

Aisha bint ‘Ali (1259-1336) war eine hanbalitische Gelehrte aus Kairo. Sie lernte zunächst von ihrem Großvater und erhielt später auch Lehrlizenzen (Ijaza) von anderen Gelehrten aus Syrien und Ägypten. Außer dem Koran studierte sie Kalligrafie, Geschichte, Sira, Poesie und Recht. Unter ihren Studenten waren Ibn Hajar al-Asqalani, der sie für ihre ausgezeichnete Schrift rühmte und al-Maqrizi, der sie für ihren Verstand, ihr Gedächtnis und ihren Intellekt hoch lobte.

Eine wichtige Rechtsgelehrtin war Fatima bint Abbas b. Abu l-Fath (1314) dar, die selbst von dem berühmten und widersprüchlichen Theologen Ibn Taimiya aufgrund ihres Intellekts bewundert wurde. Ferner beschreibt sie der bekannte Gelehrte Ibn Rağab als die ‚Einzigartigste ihrer Zeit‘.

Eine der ersten bedeutenden Frauengestalten im Tasawwuf war Rabi’a Al-Adawijja (713-801). Tasawwuf ist eine Sammelbezeichnung für Strömungen, die asketische Tendenzen und eine spirituelle Orientierung aufweisen, die oft mit dem Wort Mystik bezeichnet wird. Im umfassenderen Sinn bedeutet Tasawwuf die Vervollkommnung von Iman (Glaube an Gott -Seine Engel, Seine Bücher, Seine Propheten, und an den Letzten Tag, und an die Göttliche Vorsehung) und Islam (Bezeugung, dass es keine Gottheit gibt außer Gott), die durch Ihsan (Zustand, als ob du Gott sähest, und wenn du Ihn auch nicht siehst, so sieht Er doch dich) ­erlangt wird. Rabi’as Ausgangspunkt war weder die Furcht vor der Hölle, noch der Wunsch nach dem ­Paradies, sondern nur die Liebe. „Allah ist Allah“, sagte sie, „und dafür liebe ich Allah (…) nicht wegen irgendwelcher Gaben, sondern um Seiner Selbst willen.“ Es gibt einige wundervolle Geschichten über Rabi’a und ihren Zeitgenossen, den berühmten Gelehrten und Schaikh Al-Hasan Al-Basri. Er sagte über sie: „Ich verbrachte eine ganze Nacht und einen Tag mit Rabi’a – über den Weg und die Wahrheit sprechend – und es kam mir niemals in den Sinn, dass ich ein Mann war, noch kam es ihr in den Sinn, dass sie eine Frau war; und am Ende, als ich sie anschaute, sah ich mich selbst als spirituell bankrott und Rabi’a als wahrhaft aufrichtig.“

Die islamische Geschichte zeigt, dass die frühen muslimischen Gesellschaften weibliche Gelehrten als religiöse Autoritäten respektierten und ihnen Qualifikation und die Kompetenz der Unterweisungen zusprachen. Ihre Unterweisungen wurden in Häusern und Moscheen durchgeführt, in Bereichen wie Geschichte, Logik, Literatur, Ethik und Philosophie. In staatliche oder offizielle Ämter wurden sie allerdings weniger eingebunden.

Die vielen starken Frauen in der islamischen Geschichte sind vergessen. Hiermit wollte ich sie und die vielen Namenlosen ehren.

Wenn ich an heutige großartige Frauenpersönlichkeiten denke, dann steht das pakistanische Mädchen Malala an erster Stelle.

Mit 11 Jahren schrieb sie heimlich einen Blog bei der BBC. Sie informierte darüber, was in ihrer Region geschah, seit die Taliban an die Macht gekommen waren. Ein Journalist interviewte Malala im Fernsehen. Dadurch wurde sie bekannt. Mit ihren Ansichten über das Schulrecht für Mädchen machte Malala sich Feinde in ihrer Heimat. Malala wurde im Oktober 2012 in ihrer Heimatstadt Mingora im Schulbus von zwei Taliban-Mitgliedern in Kopf und Schulter geschossen. Sie überlebte den Angriff knapp, wurde anschließend in einem Krankenhaus in Birmingham behandelt. Die Familie hatte Angst, nach Pakistan zurückzukehren, nachdem die Taliban Drohungen ausgesprochen hatten. Sie setzte sich vor allem für das Recht von Mädchen auf Bildung ein. 2014 wurde ihr der Friedensnobelpreis zuerkannt.

Anfangs waren die Pakistaner im ganzen Land schockiert und beteten für ihre Heilung, die Politiker im Lande lamentierten laut gegen ihre brutalen Attentäter. Doch diese erste Solidarität mit der damals 15-Jährigen verblasste schnell, während sich das Land gleichzeitig radikalisierte.

Inzwischen ist Malala für viele Pakistaner nicht mehr eine der ihren, der Unrecht geschah, und die unterstützt und beschützt werden muss, sondern eine Verräterin, eine Abtrünnige, eine, die Schmutz und Schande über die Heimat bringt. Die einen nennen sie Agentin des Westens, die anderen halten sie für eine politische Schachfigur, die dafür ausgenutzt wird, Pakistan und den gesamten Islam in Misskredit zu bringen.

 Fatima Grimm war eine der ersten Konvertitin in Deutschland. Sie war eine unabhängige deutsche Muslimin, gebildet, wortgewandt und mitfühlend, voller Verständnis für das Unverständnis der Anderen, nie belehrend, nie abweisend. Sie  nahm die Menschen, wie sie sie waren, war nie dogmatisch, sondern begegnete jedem freundlich und wertschätzend. Sie wurde meine beste muslimische Freundin, beriet mich beim Schreiben eines meiner Bücher. Ihr wahrscheinlich größtes Vermächtnis ist die Übersetzung des Korans mit ausführlichen Kommentaren. Dies ist die erste deutsche Übersetzung, die gemeinsam von sunnitischen und schiitischen Muslimen erarbeitet und herausgegeben wurde. Dieses Werk gehört zu einem neuen Kapitel der deutschen Koranrezeption. Fatima Grimm hat den deutschen Muslimen Wissen und Worte zu ihren religiösen Schriften gegeben. Am 6. Mai 2013 ist Fatima Grimm im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie ist ein großer Verlust für die deutsche muslimische Gemeinschaft – Von Gott kommen wir und zu ihm kehren wir zurück. Möge Er mit ihr zufrieden sein.

Halima Krausen – ein Vorbild für deutsche Muslime

Sie ist eine, die es in Deutschland sogar in religiöse Ämter schaffte, sie zählt weltweit zu den wenigen Imaminnen, sie ist Imamin an der Moschee zur Schönen Aussicht in Hamburg. In Hamburg betreut sie die deutsche Gemeinde der Moschee an der Außenalster. Halima Krausen wollte sich keiner Konfession oder Gruppe zuordnen lassen. Ihr war vor allem das eigenständige Denken wichtig.

Sie sagte, dass die Vernunft eine Gabe Gottes sei. Sie ermögliche es dem Menschen, Zusammenhänge zu erkennen, sich selber einzuordnen in ein Gesamtes und Schlussfolgerungen zu ziehen, vor allem, wenn es um ethisches Verhalten geht. Und damit ist nicht einfach der Verstand gemeint, sondern unter Vernunft versteht sie auch etwas Ganzheitliches.

       Von ihrem Vorgänger, Imam Mehdi Razvi, hat sie auch Ihre Lehrbefugnis erhalten. Es war ein großartiger Schritt, als sie nach seinem Tod 2013 seine Nachfolge antrat – als erste Imamin Deutschlands.

Seit 2014 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und der Akademie der Weltreligionen tätig.

Es gibt heute viele muslimische Frauen in Deutschland, die still und ohne Aufsehen erregend für einen liberalen Islam arbeiten. Die beiden Genannten habe ich stellvertretend für sie ausgewählt.