Copy Cats – Genau so soll es sein

Skeeze

Vor einigen Jahren steckte ich in der verwirrendsten und anstrengendsten Phase meines Berufslebens, dem damals zweijährigen Referendariat für den Schuldienst. Während dieser Zeit musste man in so genannten Lehrproben, oder Vorführstunden, immer wieder unter Beweis stellen, dass der eigene Unterricht auf strukturierte, innovative und humorvolle Weise zur Kompetenzerweiterung der Schülerinnen und Schüler führte. Die Vorbereitung solcher Lehrproben dauerte – man glaubt es kaum – manchmal zwei, drei, vier Wochen. Als nun mal wieder so eine Lehrprobe anstand, arbeitete ich noch die ganze davorliegende Nacht daran, verwarf, verbesserte, schrieb die Pläne neu usw., nur um am Morgen festzustellen, dass die Stunde schrecklich werden würde. Schamvoll über meine eigene Unfähigkeit rief ich meinen Seminarleiter an und sagte ihm genau das. Es täte mir leid, und ich hoffe, er sei noch nicht von zu Hause losgefahren, aber die Stunde würde nicht rund werden, und die Schüler würden sich sicherlich dabei langweilen. Die Antwort des Seminarleiters war: „Frau Dawi, danke, dass sie absagen. Genau so soll es sein.“ Der Satz bewirkte sofortige Erleichterung, und nach all den Jahren empfinde ich immernoch Dankbarkeit dafür.

Einige Monate später kam in der Schule, in der ich nun arbeitete, ein Kind mit irgendeiner ähnlichen Offenbarung auf mich zu. Ich erinnere mich nicht mehr daran, worum es dabei ging; vielleicht hatte es die Hausaufgaben schon wieder einmal vergessen, ein Referat nicht rechtzeitig vorbereitet… Das Kind erinnert sich bestimmt genauer daran. Meine Antwort war: „Danke, dass du bescheid sagst. Genau so soll es sein“.

Im selben Moment, in dem ich ihn aussprach, wusste ich, woher der Satz kam. Ja, ich hatte ihn in einer ganz ähnlichen Situation genau so selbst gehört und nun wörtlich weitergegeben. Auf Englisch nennt man das, was wir in so einem Fall sind „Copy Cats“. Das sind keine „Kopierkatzen“, sondern Menschen, die anderen etwas nachmachen, sie kopieren. In meiner derzeitigen, zweisprachigen, Schule sagen meine Schülerinnen und Schüler manchmal „Susie, she’s a copy cat“. Meine eigenen Kinder sagten dazu früher: „Nachmacher Hosenkacker“.

Menschen sind in der Tat Nachmacher, im Guten wie im Schlechten. Es lohnt sich daher, achtsam mit unseren Worten und Handlungen umzugehen. Sie tragen sich viel weiter hinaus, als wir absehen können. Man kan gerne behaupten: „Sagst du etwas zu einem einzigen Menschen, sagst du es zur ganzen Welt“; denn wird es von jedem Menschen, der es hört, nur ein einziges Mal wieder gesagt wird, so sind es bald Hunderte, die diesen Satz gesagt haben. Wer weiß, wo er ursprünglich einmal herkam. Als trüge der Wind sie mit sich fort und fort, unsere Wörter. Sie landen in den Tiroler Alpen und in der Sahara, um sich von dort wieder auf den Weg zurück zu machen, wo sie einmal hergekommen sind. So reisen und vermehren sie sich, und richten dies oder jenes an.

Sollte es da etwa keinen Unterschied machen, ob es etwas Gutes oder etwas Schlechtes ist, was wir sagen?

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Paid forward ist ein Begriff für ein ganz ähnliches Szenario.

Bei einer Fortbildung in Amsterdam saßen wir Lehrerinnen und Lehrer ewig und drei Tage in interessanten aber auch ermüdenden Seminaren. Es gab Kaffee – wenn man nicht leider sein Portemonnaie bei der Gastfamilie vergessen hätte. Während ich noch auf der Suche nach besagtem Portemonnaie in der Tasche kramte und etwas frustriert dreinschaute, kam eine fremde Frau auf mich zu und sagte mit vollkommener Selbstverständlichkeit, sie würde mich doch sehr gerne zu einer Tasse Kaffe einladen. Ich versicherte ihr dankend, dass ich ihr ebenso gerne am nächsten Tag das Geld hierfür wiedergeben würde; ihr freundlicher Blick verriet mir jedoch, dass sie darauf keinen Wert legte. Die Einladung war ihr ein Vergnügen. Mit dieser einen Tasse Kaffe sorgte sie dafür, dass in den anschließenden Wochen drei bedürftige Menschen auf der Straße und eine Kollegin Kaffee von mir bekamen. Ich hatte das ausgelegte Geld auf diese Weise zwar nicht der Frau zurück gegeben, die mir den Kaffee spendiert hatte, diese hatte ich ja nicht wieder getroffen, aber bezahlt hatte ich den Kaffee dennoch. An andere eben. Paid forward, vorwärts bezahlt, statt zurück. Man bekommt das ausgelegte, bezahlte Geld nicht zurück, aber gezahlt wird es schon– vorwärts nämlich, für andere, die dann sicherlich dasselbe tun. So reist er und vermehrt sich ganz von allein, gemeinsam mit unseren guten Worten – unser Besitz.

So wie es sich mit unseren Wörtern und unserem Besitz verhält, verhält es sich auch mit unseren Taten. Ein letztes Beispiel: Als ich mit meinem Sohn vor etwa zwanzig Jahren in Paris Urlaub machte, verließen wir die Stadt, um uns auf den Heimweg zu machen. Unser Geld hatten wir komplett ausgegeben und waren tatsächlich unterwegs mit kaum mehr als ein paar unwesentlichen Cent in der Tasche. Nicht für eine Cola hätte es gereicht, nicht für ein Stück Brot. An der Gare du Nord, dem Pariser Hauptbahnhof, stellten wir fest, dass wir zu spät gekommen waren, um mit unserem recht schweren Koffer und der großen Tasche noch rechtzeitig den Nachtzug nach Berlin zu erreichen. Damals hatten die Koffer noch keine Rollen. Man musste sie tragen und alle Koffer teilten die unangenehme Eigenschaft, mit jedem Schritt schwerer zu werden. Wir rannten so schnell es eben ging, krabbelten zur Zeitersparnis durch Absperrungen, warfen den Koffer darüber, schoben ihn darunter, stets beobachtet von Bahnhofsbeamten, die unsere Eile sahen und sich freundlicherweise jeden Kommentars enthielten. Plötzlich kam eine Frau, vielleicht 34 Jahre alt, mit ihrer etwa achtjährigen Tochter auf uns zu und sagte irgend etwas wie „vit, vit“ (schnell, schnell) nahm dann, schon wieder als wäre es vollkommen selbstverständlich, meinen Koffer und rannte mit meinem Sohn und mir zum Zug. Sie trug meinen Koffer den ganzen langen Weg, etwa zehn Minuten, bis zum Bahnsteig, den sie mühelos fand. Als wir oben am Bahnhof ankamen, pfiff der Zugfahrer zum Schließen der Türen, sah uns, und wartete noch einen Augenblick, damit wir einsteigen konnten. Wir sprangen in den Zug, letzter Wagon, letzte Tür, Koffer und Tasche wurden uns hinterhergereicht und fuhren los. Ohne diese Frau hätten mein Sohn und ich die Nacht ohne Wasser und Brot, frierend, hungrig und müde, auf einer Sitzbank des Bahnhofs verbracht. Es war alles so schnell gegangen, ich hatte mich nicht einmal bei der Frau bedanken können. Ich weiß nicht, wer sie war, und hätte keine Chance, sie zu finden. Doch habe ich so eine Ahnung, dass sie gar keinen Dank erwartete. Habe ich ihr dennoch zurückgegeben, was sie mir Gutes getan hat?

Ich glaube ja.

Denn Jahre später strandeten am Lageso in Berlin Nacht für Nacht Menschen auf der Flucht. Mit Koffern, ohne Koffern, vor allem mit Erschöpfung und Verzweiflung im Gepäck, manche nicht mehr in der Lage, auf ihre eigenen, noch ganz kleinen Kinder zu achten. Was ich dort sah, kann und darf ich nicht vergessen. Ein kleiner Exkurs: Eines der kleinen Kinder lief hinter der Mutter her wie eine Aufziehpuppe. Es war vielleicht gerade mal anderthalt, zwei Jahre alt und lief einfach. Kinder in diesem Alter werden normalerweise getragen oder sitzen in Kinderwagen. Diese Kind lief, und lief, und lief. Sein kleiner Geist war schon ausgeschaltet und es lief um zu überleben. Die Mutter hatte keine Kapazitäten mehr, weder körperlich noch seelisch, auf das Kind zu achten. Als sie schließlich in den Bus stieg, der sie zum Heim bringen sollte, konnte das kleine Kind die hohen Stufen nicht meistern. Wir hoben das Kind die Treppen hinauf und ich setzte es neben seine Mutter, zu der ich eindringlich sagte: „Das ist dein Kind“. Keiner von beiden zeigte die geringste emotionale Regung. Viele Dinge könnte ich erzählen. Nacht für Nacht fuhren wir Helfer und Helferinnen dort hin und organisierten gemeinsam Schlafplätze für viele, die sonst mit ihren Kindern ohne Wasser und Brot auf der Straße übernachtet hätten. Statt selbst zu schlafen und uns für den nächsten Arbeitstag auszuruhen fuhren wir um 1,2,3 Uhr nachts in Unterkünfte oder nahm die Menschen zu uns nach Hause, bis sie einen geeigneteren Ort fanden. Einer dieser Menschen, ein Mann aus dem Irak, wurde der Ehemann meiner Tochter. Ein anderer, ein Mann aus Syrien, ist mein liebster Freund. Ohne diesen wäre ich heute nicht hier, hätte es heute nicht diesen Adhan gegeben, nicht diese Khutba. Und dies alles, weil mir damals ein Koffer getragen wurde, wofür ich unvergessen dankbar bin.

Uns wird ein Koffer getragen, wir können uns nicht dafür bedanken, und tragen deshalb anderer Leute Koffer. Das Schicksal ruft immer nach Ausgleich. Auf jedes Bitte folgt ein Danke. Wird uns etwas gegeben, so möchten wir zurückgeben. Wenn das nicht geht, oder nicht passt, geben wir weiter. Es ist wie bei einer Waage, die stets ausgeglichen sein möchte.

Unsere Dankbarkeit manifestiert sich in Güte für andere und breitet sich aus in der Welt. Dabei sorgt das Gute für Hoffnung. Denn wenn wir selber Gutes sagen, tun, oder fühlen, können wir davon ausgehen, dass in Zeiten, in denen unsere Kinder, Partner, Eltern auf das Gute angewiesen sind, jemand da sein wird, der auch ihnen hilft. Wenn wir selber Gutes tun, gibt es die Hoffnung, dass auch uns später, wenn wir alt und müde sind, jemand die Hand reicht.

Das Gute kommt zu uns zurück, nicht, weil wir es einfordern, sondern aus einer gewissen Logik heraus. Das Gesetz der Energie sagt, dass auf der Erde immer dieselbe Menge an Energie vorhanden ist. Sie verändert lediglich ihre Form. So ist auch das Gute mal eine Geste, mal ein Wort, mal eine Handlung. Wobei ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass man recht genau das erntet, was man sät.

In Sure 2:177 lesen wir

„…wahrhaft fromm ist, wer … sein Vermögen ausgibt – wie sehr er selbst es auch wertschätzen mag – für seine nahen Verwandten und die Waisen und die Bedürftigen und die Reisenden und die Bettler und für das Befreien von Menschen aus Knechtschaft.“

In Sure 2:161 – 263 lesen wir

„Das Gleichnis derjenigen, die ihre Besitztümer um Gottes Willen ausgeben, ist wie das eines Kornes, aus dem sieben Ähren wachsen. In jeder Ähre hundert Körner, denn Gott gewährt vielfache Vermehrung, wem er will; und Gott ist unendlich, allwissend.

Diejenigen, die ihre Besitztümer ausgeben um Gottes willen und danach ihre Ausgaben nicht beeinträchtigen durch Betonen ihrer eigenen Wohltätigkeit und Verletzen der Gefühle der Bedürftigen, werden ihren Lohn bei ihrem Erhalter haben, und keine Furcht brauchen sie zu haben, noch sollen sie bekümmert sein. Ein gütiges Wort und das Verdecken eines Mangels eines anderen sind besser als eine milde Tat gefolgt von Verletzung; und Gott ist selbstgenügend, nachsichtig.“

Nicht alles, was wir hören oder erleben, ist gut. Manchmal widerfahren uns Dinge, die wir als mühselig, oder gar als schlecht oder ungerecht interpretieren. Das Dumme ist, damit verhält es sich genauso, wie mit den guten Dingen.

Auch das Schlechte trägt sich fort. Beispiele für schlechte Geschichten erzähle ich daher heute nicht. Einmal gehört, bleibt das Negative in unserem Ohr und arbeitet in unserem Gehirn. Es wartet dort nur so gespannt auf den Moment, an dem es herausspringen kann. Zeitgenössische Psychologen sagen, man solle die negativen Geschehnisse unseres Lebens nicht verdrängen, sondern fühlen, auch wenn sie weh tun, denn sie sind ja da. Außer besonders schwere Traumata übrigens, bei denen die vorübergehende, teils jahrelange Verdrängung tatsächlich notwendig sein kann, um den Alltag zu meistern. Doch es gibt ja noch viele andere negative Dinge, die um uns und mit uns geschehen. Drängt man sie weg, sind sie wie so eine kleine Drehdose in der sich ein Clown befindet. Man dreht und dreht und dreht an der kleinen Winde, und es passiert lange Zeit gar nichts. Dann plötzlich, wenn man einmal mehr dreht, springt der Clown heraus. Nach all den vielen Drehungen ist es die kleine einzige Drehung, nur die halbe manchmal, die den Clown zum Springen bringt. Alles läuft seinen guten Weg, es gibt vielleicht einen kleinen Ärger hier, ein kleines Leiden da, doch dann wird uns ein weiteres kleines Leid zugefügt, gleichsam noch einer Drehung an der kleinen Winde, und der Ärger bricht sich Bahn. Wenn wir Pech haben, vernichten wir dabei alles, was sich uns in den Weg stellt.

Was tun wir dann mit dem, das uns gesagt wurde, oder getan? Meist laufen wir zu Freunden und Verwandten, um unseren Unmut verbal zu verbreiten und meinen, das Schlechte so aus uns herauszulassen. So verbreiten wir es in unserer Umwelt, wo es sich weiter verbreitet. Was wir einmal gesagt haben, wird von hundert Anderen wieder gesagt. Statt sich aber nun wenigstens in unserem Inneren aufzulösen, bleibt es dort erhalten. Nun befindet es sich an zwei Orten zugleich – drinnen und draußen. Nein, es muss eine bessere Lösung geben, mit dem Schlechten umzugehen! Eine effektivere, sozialverträglichere.

Muslim sein (muslim als Adjektiv) bedeutet unter anderem, Mäßigung zu erlernen. Dazu gehört auch die Mäßigung des Zorns, der Selbstgerechtigkeit, oder des Stolzes. Aber wie wandelt man Schlechtes in Gutes um, oder neutralisiert es zumindest?

Meist antworte ich mit „Atmen“ – und erkläre gerne, wie genau man atmen kann, um sich zu beruhigen, seine innere Kraft wieder zu finden. Doch habe ich in einer englischsprachigen Fortbildung kürzlich einen Satz gehört, den ich hier weitergeben möchte:

„Don’t jump on that thought bus“. Spring nicht auf diesen Gedankenbus. Ich erkläre das nun doch anhand eines Beispiels.

Eine Frau sagt zu Freundinnen: „Mein Freund kommt zu jeder Verabredung unpünktlich“ und bekommt von irgend jemandem die Antwort: „Das ist doch immer so bei den Kerlen. Wenn sie unpünktlich sind, zeigt das, dass sie nicht wirklich Interesse haben“.

Das sitzt! Von diesem Moment an bemerkt die Frau nicht nur jede Unpünktlichkeit ihres Partners, sondern sie bewertet auch alle anderen seiner Handlungen danach, ob der Partner damit Interesse an ihr zeigt oder nicht. Das macht die Partnerschaft nicht gerade entspannter.

„Don’t jump on that thought bus“ – will heißen: spring nicht auf den Bus, mit dem deine Freundin da gerade unterwegs ist. Bleib bei deinem eigenen Bus. Fahre deinen eigenen Weg, und lass es einen guten Weg sein. Sätze treffen uns emotional immer dann besonders, wenn wir sowieso gerade in diesen Bus einsteigen wollte. Just in diesem Moment rast jemand an einem vorbei und hält uns dabei die Tür weit auf. Aber deshalb müssen wir noch lange nicht aufspringen. – Ja, ich sehe deinen Bus. Ich habe überlegt, ob er mich zu meinem Ziel bringt. Aber es ist der falsche Bus. Ich brauche einen anderen –

„Don’t jump on that thought bus.“

Das Leben erfordert unendlich viel Geduld. Nicht einmal die Propheten trugen stets ausreichend Geduld in sich. Zum Abschluss möchte ich die Geschichte von Moses und dem weisen Mann erzählen, in der es darum geht, dass wir nicht immer verstehen, was gut und was schlecht ist. Es ist eine allegorische Erzählung, für die wir in unserer Lebenswirklichkeit sicherlich Beispiele finden können. Die Geschichte will uns Zuversicht geben und uns helfen, geduldig zu bleiben, und nicht auf jeden Bus aufzuspringen.

Für die Leser der Khutba sage ich bereits vor der Geschichte: Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Woche; und ich wünsche uns allen, dass wir die guten von den schlechten Dingen unterscheiden können, dass wir uns dort, wo uns Unschönes begegnet, in Mäßigung üben, und dort, wo uns Gutes widerfährt, es freimütig weitergeben, so dass es sich ausbreiten kann.

Genau so soll es sein.

Nun die Geschichte aus der achtzehnten Sure des Koran.

Sure Al Khaf, die Höhle

Moses kam zu einem Mann, der im Koran als ein weiser und barmherziger Diener Gottes beschrieben wird.

Moses sagte zu ihm: “Darf ich dir folgen, auf daß du mich über das rechte Handeln belehrest, wie du gelehrt worden bist?”

Er sagte: “Du vermagst nimmer bei mir in Geduld auszuharren.

Und wie könntest du bei Dingen geduldig sein, von denen dir keine Kunde gegeben worden ist?”

Er sagte: “Du wirst mich, so Allah will, geduldig finden, und ich werde gegen keinen deiner Befehle ungehorsam sein.”

Er sagte: “Nun gut. Wenn du mir folgen willst, so frage mich nach nichts, bis ich es dir von selbst erkläre.”

So machten sich beide auf den Weg, bis sie in ein Schiff stiegen, in das er ein Loch schlug. Er (Moses) sagte: “Schlugst du ein Loch hinein, um seine Mannschaft zu ertränken? Wahrlich, du hast etwas Schreckliches begangen!”

Er sagte: “Habe ich nicht gesagt, du würdest es nimmer fertigbringen, bei mir in Geduld auszuharren?”

Er (Moses) sagte: “Stelle mich nicht meines Vergessens wegen zur Rede, und sei deswegen nicht streng mit mir.”

So zogen sie weiter, bis sie einen Jüngling trafen, den er erschlug. Er (Moses) sagte: “Hast du einen unschuldigen Menschen erschlagen, ohne daß (er) einen anderen (erschlagen hätte)? Wahrlich, du hast etwas Verabscheuliches getan!”

Er sagte: “Habe ich dir nicht gesagt, du würdest es nimmer fertigbringen, bei mir in Geduld auszuharren?”

Er (Moses) sagte: “Wenn ich dich nochmal nach etwas frage, so begleite mich nicht weiter; von mir aus wärst du dann entschuldigt.”

So zogen sie weiter, bis sie bei den Bewohnern einer Stadt ankamen und von ihnen Gastfreundschaft erbaten; diese aber weigerten sich, sie zu bewirten. Nun fanden sie dort eine Mauer, die einzustürzen drohte, und er richtete sie auf. Er (Moses) sagte: “Wenn du es gewollt hättest, hättest du einen Arbeitslohn dafür erhalten können.”

Er sagte: “Dies führt zur Trennung zwischen mir und dir. Doch will ich dir die Bedeutung von dem sagen, was du nicht in Geduld zu ertragen vermochtest.

Was das Schiff anbelangt, so gehörte es armen Leuten, die auf dem Meer arbeiteten, und ich wollte es beschädigen; denn hinter ihnen war ein König, der jedes Schiff beschlagnahmte.

Und was den Jüngling anbelangt, so waren seine Eltern Gläubige, und wir fürchteten, er könnte Schmach durch Widersetzlichkeit und Unglauben über sie bringen.

So wollten wir, daß ihr Herr ihnen zum Tausch (ein Kind) gebe, das redlicher als dieses und anhänglicher wäre.

Und was nun die Mauer anbelangt, so gehörte sie zwei Waisenknaben in der Stadt, und darunter lag ein Schatz für sie (verborgen), und ihr Vater war ein rechtschaffener Mann gewesen; so wünschte dein Herr, daß sie ihre Volljährigkeit erreichen und ihren Schatz heben mögen – als eine Barmherzigkeit deines Herrn; und ich tat es nicht aus eigenem Ermessen. Das ist die Bedeutung dessen, was du nicht in Geduld zu ertragen vermochtest.”

الله معكم

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