Ibn Rushd-Goethe Moschee

Goethe und der Islam

Goethe und der Islam

Immer wieder fällt der Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland,“ oder so ähnlich. Wer sich mit der Geschichte von Deutschland ein wenig beschäftigt, weiß, dass es so nicht stimmt.

Als das Osmanische Reich die süddeutschen Länder angriff und 1529 vor Wien stand, im Jahr 1548 Österreich einen auf 7 Jahre begrenzten Friedensvertrag mit dem Kalifen Sulaiman II. unterschrieb und die südöstlichen europäischen Länder vom Osmanischen Reich verwaltet wurden, bestand die dringende Notwendigkeit, sich offiziell mit dem Islam zu beschäftigen. In Frankfurt siedelte sich die erste ständige osmanische Vertretung an, Reiseberichte über den Orient waren interessant geworden wie auch die Modewelt, zu Gesellschaften bekleidete man sich orientalisch.

Der Handel Ost-West blühte. Ganze muslimische Truppenteile, Geschenke osmanischer Herrscher, standen im Dienst deutscher Könige. Für sie baute der König von Preußen, Friedrich der Große, sogar eine Moschee, die erste auf deutschem Boden.

Schon seit den Kreuzzügen gab es einzelne europäische Übersetzungen des Korans durch Vertreter der Kirche, aber mehr mit dem Hintergedanken, den Islam damit zu diffamieren.

Im Jahr 1647 wurde die erste einigermaßen neutrale Koran-Übersetzung von André du Ruyer gedruckt, die auch Goethe für seine Studien nutzte und seinem West-Ost-Divan zugutekam. Aber erst die Koranübersetzung von George Sale 1734 in die englische Sprache, die auch bald in Deutsch erschien, setzte neue Maßstäbe durch ihre enge Anbindung an das Original. Sie blieb lange für Europa eine der Hauptquellen für die Kenntnis aller mit dem Koran zusammenhängenden Fragen.

Es entstand in Europa ein Klima, die Zeit der Aufklärung, in der man sich die Aufgabe gemacht hatte, den Wert außerchristlicher Religionen zu untersuchen und erkennbar zu machen. Und es war naheliegend, sich mit dem Islam zu beschäftigen und auseinander zu setzen.

Einer der Hervorragendsten war Ephraim Lessing mit seiner Ringparabel. Nathan der Weise.“ Diese Parabel von den drei Ringen, die die drei Religionen darstellen, gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung und als akzentuierte Formulierung der neuen Toleranzidee.

Aber besonders hervorgetan hat sich darin Johann Wolfgang von Goethe. Kaum ein Deutscher kennt heute sein Interesse für den Islam, seine Bewunderung für den Propheten Muhammad.

Aber wie ist es zu seiner außerordentlich positiven Einstellung gekommen, seiner inneren Anteilnahme für diese Religion, für die Muslime und besonders für den Propheten Muhammad? Hier halte ich mich an das hervorragende Buch „Goethe und die arabische Welt“ von der Germanistin Katharina Mommsen.

Sie schreibt: Goethe hatte ein tiefes persönliches Verhältnis zum Islam, darum gehen seine Aussagen über diese Religion in ihrer provokatorischen Gewagtheit weit über alles bisher in Deutschland Dagewesene hinaus. Seine innere Beziehung kam dadurch zustande, weil ihm die Hauptlehren des Islam mit seinen eigenen Ideen und Glauben übereinstimmend erschienen. Seine „Dichtung und Wahrheit“ gibt Bericht, dass Goethe schon von Kindheit an nach einer ihm zusagenden Religion gesucht hatte, die er im Islam fand. Diese Hauptlehren waren: die Lehre von der Einheit Gottes, die Überzeugung, dass Gott sich in der Natur offenbare und dass Er durch verschiedene Abgesandte spricht, das Abweisen von „Wundern“ und die Auffassung, dass Religiosität sich in wohltätigem Wirken erweisen müsse. All diese innerlichen Übereinstimmungen schufen ein Verwandtschaftsgefühl besonderer Art, zu der er sich hingezogen fühlte.

Ich zitiere hier aus dem oben genannten Buch: „Besonders aufschlussreich für Goethes religiöse Haltung absoluter Ergebenheit in den Willen Gottes ist der autobiografische Aufsatz „Sankt Rochus-Fest zu Bingen“, der einen Bericht von der Rheinreise 1814 enthält. Hier legt Goethe in allem, was er zum Lob des christlichen Heiligen sagt, eigene religiöse Überzeugungen nieder, und diese eigene Religiosität wiederum hat erstaunliche Ähnlichkeit mit islamischer Frömmigkeit. Er bringt das Lob des heiligen Rochus in Verbindung mit einem Gedanken, der eine seiner Hauptmaximen geworden ist. Es ist der islamische Gedanke von der unbedingten Ergebenheit in den Willen Gottes, der auch Goethes Denken und Handeln bestimmte.“

Schon der junge Goethe brachte seine Bewunderung für den Propheten Muhammad in den erhaltenen Fragmenten des „Mahomed“ zum Ausdruck. Er lehnt sich in seinen Werken sogar an einzelne Suren des Korans an, zum Beispiel diente die 6. Sure als Vorlage in der Anfangs-Hymne der Fragmente der „Mahomed- Tragödie“.

In dem Preislied „Mahomeds Gesang“ wird sein Wirken als eine geniale religiöse Persönlichkeit dargestellt durch die Metapher des Stroms. Das Gleichnis dient zur Schilderung der von kleinsten Anfängen ausgehenden, dann ins Riesenhafte wachsenden geistigen Macht, ihrer Ausweitung und Entfaltung, mit dem glorreichen Abschluss der Einmündung in den Ozean, der hier zum Symbol des Gottes wird. Muhammad reißt seine „Bruderquellen“ mit sich fort und befruchtet somit Länder und Städte. Nach Goethes Vorstellung ist dieser befruchtende Fluss als ein Symbol für das Leben und Wirken des Propheten Muhammed zu sehen.

Am bekanntesten ist sicherlich Goethes „Ost-West-Divan“, der eine tiefe Einsicht in Gott und Seinen Propheten Muhammad aufweist. Er war fasziniert von der Sprache des Korans, bekannte sich mit seiner Überzeugung in seinen Gedichten, dass Gott sich in der Natur, in Seiner Schöpfung offenbare und bestätigte in seinen Gedichten im „Ost-West-Diwan“ die Einheit Gottes. Damit geht Goethes positive Einstellung weit über alles Bisherige in Deutschland hinaus.

In seinem „Ost-West-Diwan“ ehrte er die muslimischen Dichter, stellte sie in Augenhöhe mit den europäischen Dichtern.

Im West-Östlichen Diwan ist das Gedicht zu finden:

Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.

Goethe sagte zum Ende seines Lebens: „Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche.“ (Eckermann, 11.3.1832)

Goethe hat viel Aufklärungsarbeit in seinen Gesellschaften getan. Aus Handschriften im Weimarer Archiv kann man lesen, dass er sich ab 1771/72 intensiv mit Koran-Studien beschäftigt hatte. Er las sogar der Herzogfamilie wie auch anderen Gesellschaften aus dem Koran vor. Schiller berichtete darüber später. Er studierte arabische Handbücher, Grammatiken, lernte sogar Arabisch schreiben, las Bücher über die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad. Unter Anderem besuchte er ein Freitagsgebet von Muslimen der russischen Armee des Zaren Alexander, was im Protestantischen Gymnasium in Weimar 1814 durchgeführt wurde. In einem Brief an seinen Sohn fügte er hinzu: „Mehrere unserer religiösen Damen haben sich die Übersetzung des Korans von der Bibliothek erbeten.“

Er schreibt 1816 über sich: „Der Dichter (Goethe selbst) lehnt den Verdacht nicht ab, dass er selbst ein Muselmann sei.“ An vielen Stellen in seinem „West-Östlicher Divan“ macht er keinen Hehl daraus, dass er sich als Muslim sieht.

In zwei Gedichten des Diwans schreibt er:

Närrisch, dass jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!
Wenn Islam Gott ergeben heißt,
Im Islam leben und sterben wir alle.

 Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Darnach frag´ ich nicht!
Dass er das Buch der Bücher sei
Glaub ich aus Mosleminen-Pflicht.

Stets war Goethe bemüht, die verschiedenen Religionsgemeinschaften näher zu bringen. Man sollte nicht aneinander vorbeireden, sondern miteinander handeln, egal, zu welcher Religion man gehöre.

Im Portal der „Qantara“ ist von Melanie Christina Mohr zu finden: 1817 verkündet er (Goethe) den Vorschlag, religiöse Feste miteinander zu feiern und in diesem Rahmen alle Konfessionen zu vereinen. Das Fest der reinsten Humanität sollte zum Ziel haben, dass man einander nicht fragt, welcher Gemeinschaft man zugehörig ist, sondern ausschließlich, vereint im Glauben oder auch Unglauben zu Gott, die Vielfalt zelebrieren.

Die Germanistin Katharina Mommsen meint, dass Goethe über den Zeitgeist hinaus eine persönliche Neigung zum Islam verspürte, weil er mit dessen Hauptlehren wie Schicksalsergebenheit und Offenbarung Gottes in der Natur innerlich übereinstimmte. Sie zitiert den 70-jährigen Goethe, als seine Schwiegertochter schwer erkrankt: „Weiter kann ich nichts sagen, als dass ich mich auch hier im Islam zu halten suche.“ Ähnliche Zeugnisse gibt es aus allen Lebensphasen.

Für den Islamwissenschaftler Peter Anton von Arnim sind „Faust“ und „Ost-West-Diwan“ geradezu Dokumente einer Öffnung zur Welt, einer Art, Globalisierung des Denkens‘. Goethe habe sogar eine reichhaltigere Vorstellung des Islam gewonnen, als sie heutigen Muslimen vermittelt werde.

Auf einem Sommerkurs 2002 wurde von Arnim die Frage gestellt: „Die Beschäftigung mit Goethe wäre andererseits auch für die hier lebenden Muslime lehrreich?“

Er sagte: „Ich denke, Goethe gibt auch Muslimen in Deutschland die Möglichkeit, ein Islambild zu entwickeln und zu verteidigen, das ihnen vielleicht gar nicht so bekannt ist. Und zwar weil im Laufe der Jahrhunderte der Islamunterricht, die Weitergabe des Islam durch die Schriftgelehrten, immer mehr erstarrt ist und die heutigen Muslime gar nicht mehr den Zugang haben zu dem Reichtum des Erbes.

Wenn heute jemand über Flüchtlinge und deutsche Leitkultur spricht, dann würde ich ihm raten, zuerst mal die deute Geschichte und ihre Literatur besser kennenzulernen. Goethes West-östlicher Divan ist ein hervorragendes Werk des Dialogs.

Und so bitte ich Gott, den Gott der drei abrahamischen Religionen, diesen Dialog zu unterstützen und zu fördern. Amen

Spenden

Spenden

In dieser Jahreszeit wird besonders viel zu Spenden aufgerufen.

Eine Spende ist eine Hilfe, eine Unterstützung, die Förderung einer Sache oder einer Person. Sie kann freiwillig, anonym, privat, großartig, illegal, groß oder klein sein.

Spenden sind z.B. Geld, Kleidung, Medikamente, Lebensmittel, Blut, Organe, Materielles aller Art, aber auch Zeit, Liebe, Anerkennung, Wärme, Trost oder Energie. Auch eine Lebensphilosophie oder eine Vision sind Formen von Spenden.

Spenden sind Zuwendungen für religiöse, wissenschaftliche, gemeinnützige, kulturelle, wirtschaftliche, politische oder humanitäre Zwecke, u.a. an Vereine, Stiftungen, Parteien, Hilfsorganisationen oder Religionsgemeinschaften.

Wir geben, was nach unserem Ermessen, unserer Überzeugung, unserer Meinung oder unserem Glauben da oder dort am nötigsten gebraucht wird.

Für mich sind Spenden immer eine Hilfe in der Not.

Jeder kennt die Frage: „Wie kann ich darauf vertrauen, dass meine Spende in meinem Sinne an ihr Ziel kommt?“

Das ist so wie bei der Ersten Hilfe, nur wer nichts tut, handelt falsch!
Jede und Jeder kann was tun, helfen oder spenden. Privat, persönlich, direkt oder über eine Organisation oder über einen Verein.
Zur Orientierung für Spenden an Organisationen empfehle ich die DZI, das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen.

Spenden haben bei allen Religionen eine sehr große Bedeutung.
Eine wichtige Säule des Islam ist die Zakat.
Als Fundament unseres Glaubens ist die Zakat religiöse Pflicht und soziale Verantwortung. Anders als die Sadaga ist die Zakat keine freiwillige Spende.

Jede Spende ist ein einzigartiger Weg eine Brücke zwischen Arm und Reich zu bauen und Allah näher zu kommen.

Wahrlich, denjenigen die gläubig sind und gute Werke tun und Gebete verrichten und die Zakat einrichten, ist ihr Lohn von ihrem Herrn gewiss und sie brauchen keine Angst zu haben, noch werden sie traurig sein. (Sure Al-Bagara Vers 277)

Fastenzeiten sind in allen Religionen immer verbunden mit Spenden, dem Geben von Almosen.
Almosen leitet sich vom lateinischen Misereor „ich erbarme mich“ ab.

Im Ramadan, Al Mubarak, haben wir die Sadaga als freiwillige Spende und die Zakat als Pflichtspende.
Jede und jeder Fastende hat die Pflicht vor dem Fastenbrechen eine Abgabe an die Armen zu verrichten.
Ramadan, sowie das Fasten in allen Religionen, ist eine gute und wichtige Schule für das Leben; heute mehr denn je.

Hiermit und an dieser Stelle bedanken wir uns von ganzem Herzen bei allen, die unsere Moschee mit Geld, Anerkennung, Treue und Solidarität unterstützt, gefördert und aufgebaut und zukunftsfähig gemacht haben.

Ein besonderer Dank geht an unsere Gastgeber und Unterstützer, an die ev. Kirche insbesondere die Johannes Gemeinde.

Unser Dank gilt auch den Medien, die die Botschaft von Seyran weltweit bekannt machen und verbreiten und es damit ermöglicht haben, dass die Sonnenstrahlen ihre Ziele erreichen.
Unser Dank gilt den Sicherheitsbeamten, die mit Ihrem Wertvollen Einsatz für Sicherheit von Seyran und für unser aller Sicherheit sehr verantwortungsvoll sorgen.
Unser Dank gilt allen Aktiven, allen Unterstützern, allen Gläubigen aller Religionen und allen Betenden. Sie alle sind die funktionierenden und lebendigen Organe dieser Moschee.

Ich sagte: „Die Spende ist die Hilfe in der Not.“
Der Schrei der Welt, gerichtet an die Muslime, war unüberhörbar: „Tut endlich was!“
Seyran tat und tut was! Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!
Sie spendet ihre Botschaft vom liberalen Leben und Glauben.
Es war mehr als nötig und wichtig. Die ganze Welt hat auf solch eine Botschaft sehnsüchtig gewartet.
In einer Zeit, in der der Islam zu verbluten droht, und an einem Ort, in der Weltstadt Berlin, in einer Kirche, hat Seyran eine Moschee eröffnet. Eine Heimat für alle Menschen, wo sie wertgeschätzt werden, sich begegnen und gemeinsam beten können. Und das ist sehr gut so!

Im Namen aller Menschen, weltweit, die diese Botschaft unterstützen, sie leben und lieben und sie sehnsüchtig erwarteten, ist unser Dank an das Herz, die Selle und den Geist dieser Botschaft, an Seyran Ates, gerichtet.     DANKE!

Wir verabschieden gemeinsam das besondere Jahr 2017 mit guten Gefühlen des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe und der Dankbarkeit.
Uns allen wünsche ich gesegnete, stressfreie Festtage und einen guten Start in ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Neues Jahr.
Gott sei mit Euch!

Abbas, Ibn Rushd-Goethe-Moschee,  22.12.2017

Das Miteinander

Das Miteinander

von Seyran Ates

Es gilt das gesprochene Wort!

Liebe Gemeinde,

wie schön, dass wir wieder beisammen sind und gemeinsam das Freitagsgebet machen können.

Danke Gott, dass ich heute wieder zu euch sprechen darf.

Einige von uns sind erkrankt. Die Strapazen der letzten Wochen zeigen langsam bei jedem von uns körperliche Erschöpfung. Ihr habt alle Großartiges geleistet, viel Zeit aber noch viel mehr Liebe in unsere Moschee gesteckt. Ich weiß, dass einige von euch gerade erst wieder gesund geworden sind, und andere sich mit letzter Kraft heute hier eingefunden haben. Gott möge euch, uns allen weiterhin Kraft und Gesundheit geben. Das Licht in euch möge weiterhin so leuchten, wie ich es jedes Mal sehe, wenn ich in diesen Raum trete. Danke Gott für dieses Licht in uns.

Diese Moschee wäre nicht das, für was sie weltweit steht, wenn es euch nicht geben würde, wenn Gott uns nicht zusammengeführt hätte.

Eine Moschee lebt von ihrer Gemeinde. Ihr seid eine vorbildliche Gemeinde. All eure positiven Gefühle und Energien sind sichtbar und spürbar. Durch euer Tun seid Vorbilder, bescheiden und liebevoll. Gott möge euch alle schützen.

Wir kommen hier zusammen, um für Gott zu beten, Gott zu danken und um Gott zu bitten. Lasst uns an unsere kranken Gemeindemitglieder denken und Gott um deren baldige Gesundheit bitten.

Wir wollen auch all diejenigen in unsere Gebete einschließen, die heute in der Nachbarschaft um einen Angehörigen trauern, den sie heute zu Grabe tragen, sowie für den/die Toten/Tote beten. Möge er/sie in Frieden Ruhen.

Das Leben ist dem Tod so nahe und der Tod dem Leben. Beides ist Teil unseres Lebens.

Wir alle sind bemüht unserem Leben einen Sinn zu geben.  Wir alle sind bemüht, unser Leben nicht sinnlos zu verbringen. In Anbetracht der Tatsache, wie kurz unser Leben ist, sollten wir dieses Leben sehr viel mehr schätzen und dankbar für jede Sekunde, jede Stunde und jeden Tag sein, den wir in diesem Leben verbringen dürfen.

Umso wichtiger ist es, dass wir Rücksicht auf unsere Gesundheit und die Gesundheit unserer Liebsten und Nächsten nehmen.

Eine kleine Umarmung, eine liebevolle Geste, etwas Gutes, was man einem anderen Menschen tun kann, kann für unsere eigene Seele Balsam sein.  Denn das Gute, was wir für andere tun, wirkt immer zurück auf uns selbst.

Es ist ein Gebot Allahs zum „Guten“ anzuhalten und sich in „guten Werken“ gegenseitig zu überbieten.  Im Koran heißt es dazu:

Āl Imrān, 3/92.

„Ihr werdet die (wahre) Frömmigkeit nicht erlangen, bis ihr von dem spendet, was ihr liebt. Und was immer ihr spendet, Gott weiß es.“

Es heißt, spendet, von dem was ihr liebt. Er steht nicht geschrieben, dass es um Geld geht oder andere materielle Dinge, oder um Zeit.  Natürlich ist all das auch nicht ausgeschlossen.

Wenn hier davon die Rede ist, dass wir von etwas spenden sollen, was wir lieben, können wir davon ausgehen, dass es auch immaterielle Dinge sein können.

Der Vers kann uns dazu anhalten darüber nachzudenken, was wir lieben und ob wir bereit sind, davon zu spenden.

Weiterhin heißt es im Koran in Sure 3, Vers 114:

„Sie glauben an Gott und an den jüngsten Tag. Sie gebieten „das Rechte“ und verbieten das Verwerfliche und eilen zu den „guten Dingen“ um die Wette. Sie gehören zu den Rechtschaffenen.“

D.h. „Wetteifert miteinander um das Gute.“

Diesen Geboten zu folgen und im Wetteifer miteinander uns um das „Gute“ zu mühen wird uns Allahs Wohlgefallen und schließlich Glückseligkeit auf Erden wie im Jenseits einbringen.

Zudem gemahnte und unser Prophet

„Der beste Mensch ist derjenige, der den Menschen dienlich ist. Das beste Vermögen ist dasjenige, das im Dienste Allahs ausgegeben wird. Und der beste Weg, im Dienste Allahs auszugeben, ist es, das bereit zu stellen, was die Menschen am nötigsten haben.“

  Sahīh-i Buchārī, Hadis No: 1226.

Wer einen neuen Weg findet, ist ein Wegbereiter, selbst wenn andere später den Pfad noch einmal finden müssen; und wer seinen Zeitgenossen vorausgeht, ist ein Vorreiter, auch wenn noch Jahrhunderte vergehen, bevor er als solcher erkannt wird.

Ibu Khaldun

(Walī ad-Dīn ʿAbd ar-Raḥmān ibn Muḥammad Ibn Ḫaldūn al-Ḥaḍramī; geboren 27.05.1332 in Tunis, gestorben a, 17.03. 1406 in Kairo war Jurist, Historiker und Politiker.

Nach dem islamischen Kalender ist er am 1. Ramadān 732 geboren und am 25. Ramadān 808 gestorben.

Ibn Chalduns Betrachtungsweise von gesellschaftlichen und sozialen Konflikten machten ihn zu einem der Vorläufer einer soziologischen Denkweise).