Freitagspredigt vom 11.05.2018

Khutbah Thema: Muttertag- Mütter der Gläubigen

Im Namen Gottes des Allerbarmers des Barmherzigen

Ich suche Zuflucht bei Gott, vor den Einflüsterungen des Teufels.

Alles Lob und aller Dank gebühren alleine Gott, dem Einen, der Niemanden neben sich hat.

Ich bezeuge, dass es nur den Einen Gott gibt,das Muhammad sein Prophet ist und dass ich alle Propheten vor ihm genauso anerkenne und achte und alle heiligen Schriften,die sie erhielten.

Mein islamischer Name ist Zahra, ich bin Muslima und seit August 2017 aktives Gemeindemitglied hier. Gott sei aller Dank dafür! Sonst sitze ich immer Freitags hier auf dem Gebetsteppich um einer Khutbah zuzuhören und heute darf ich diese Predigt halten. Dank sei Gott dafür,dass in unserer Moschee auch Frauen eine Predigt halten können. Schon viele Tage zuvor konnte ich vor Aufregung kaum schlafen und tausende Gedanken schwirrten wie kleine Vögel in meinem Kopf herum.Ich suchte nach einem Thema für meine Predigt,dabei vielen mir so viele ein, die ich sehr interessant fand und ich konnte mich einfach nicht entscheiden.Der 11. Mai, der Tag wo ich die Predigt halten sollte kam immer näher. Gott öffnete mir rechtzeitig die Augen und zeigte mir das Thema meiner ersten Khutbah. Der Vatertag war schon, aber der Muttertag liegt noch vor uns.Ist schon seltsam, das ich als Mutter diesen Tag ganz vergessen hatte.Endlich war mein Thema gefunden.Eine Mutter erinnert an alle Mütter.

Lasst mich bitte um ruhiger zu werden ein kurzes Bittgebet vom Prophet Moses (a.)aus dem heiligen Quran, Sure 20 Ta Ha Verse 25-28 rezitieren:

„Mein Herr, weite mir meine Brust, und mache mir meine Angelegenheit leicht. Und löse die Knoten in meiner Zunge, so dass sie meine Worte verstehen.“

Am Sonntag ist zu Ehren aller Mütter wieder Muttertag, wie jedes Jahr. Wir in Deutschland feiern ihn jeden 2. Sonntag im Mai. 1922/23 wurde dieser Tag durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten „Ehrt die Mutter“ in den Schaufenstern etabliert und – betont unpolitisch – als Tag der Blumenwünsche gefeiert.

Auf der ganzen Welt feiert man diesen Tag zu unterschiedlichen Zeiten. Z.B. ist er in Belgien im August zu Mariä Himmerlfahrt. Im Iran ist der Muttertag zugleich der Geburtstag von Fatima Zahra (a.) der Tochter des Propheten Muhammad(s) und in anderen Ländern feiert man diesen Tag nicht extra, sondern verbindet ihn mit dem Frauentag. Z.B. Macht man das in Afghanistan, Bulgarien.

Ich finde, dass es nicht wichtig ist, wann man ihn begeht, sondern das man an alle Mütter denkt! Egal wann!

Eigentlich sollte jedes Kind täglich an seiner Mutter denken und sie ehren, nicht nur einmal im Jahr. Im Islam ist jeder Tag ein Ehrentag für beide Eltern, denn

im heiligen Quran, in Sure 17, Vers 23 steht:

„Und dein Herr hat befohlen: „Verehrt keinen, außer ihm, und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dass nicht ‚Pfui!‘ zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise.“

Prophet Muhammad (s.a.s.) wurde einmal gefragt:

„Oh Prophet Allahs! Wer verdient meine Gesellschaft und Fürsorge am meisten?“ Allahs Prophet (Allahs Sehen und Frieden auf ihm und seiner Familie) antwortete:

„Es ist deine Mutter.“ Der Mann fragte: ‚Und wer dann?‘ Er (s.) sagte: „Deine Mutter.“ Wieder fragte der Mann: ‚Und wer kommt dann?‘ Er (s.). sagte: „Deine Mutter.“ Der Mann fragte wieder: ‚Und wer kommt dann?‘ Er (s.) sagte: „Dein Vater, dann der nächste und der nächste.“ (Dieser Hadith wurde von Buchari und Muslim berichtet.)

Diese Überlieferung zeigt doch die hohe Stellung einer Mutter und diese wird noch durch eine weitere Überlieferung bestärkt, wo unser Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie sagte:

„Das Paradies liegt zu Füßen der Mütter!“

Gott segne Muhammad und die Familie Muhammads!

Eine Mutter trägt ihr Kind 9 Monate unter ihrem Herzen. Sie schützt es in dieser Zeit mit ihrem Körper und versorgt es mit ihrer Nahrung. Sie ist mit dem noch Ungeborenen durch eine Nabelschnur verbunden. Eine Mutter bringt das Baby zur Welt. Danach ist sie wieder es, die ihm Nahrung gibt und die sich um das Neugeborene kümmert bis es groß ist und selbstständig wurde.

Der Islam misst der Rolle der Frauen als Mutter eine sehr große Bedeutung bei, denn gemäß seiner Lehre liegt das Schicksal der Gesellschaft in der Hand der Mütter und sie gelten als das wichtigste Element für die Entfaltung der Mitglieder einer Gesellschaft.

Eine Mutter übt als Erzieherin einen wesentlichen Einfluss auf ihre Kinder aus, das Kind ahmt sie nach und richtet sich nach ihrem Verhalten. Somit haben die Mütter eine große Verantwortung, dessen sich manche gar nicht so richtig bewusst sind. Die Mutter ist es zumeist, die den Kleinen das sprechen beibringt oder das sitzen, stehen und laufen. Die Mutter zeigt dem Kind, wie es essen soll und so vieles mehr. Eine liebevolle, fürsorgliche Mutter wird dem Kind sehr viel Liebe und Zuversicht mit auf seinem Wege geben. Es heißt nicht umsonst, das die Kinder, das Spiegelbild der Eltern sind.

Ich möchte hier in dieser Predigt auch kurz an die „Mütter der Gläubigen“ erinnern.

Als Mütter der Gläubigen werden die 13 Ehefragen des Propheten Muhammad (s.), gemäß dem 7. Vers aus dem Heiligen Quran von der Sure 33: Die Gruppierungen/al Ahzab bezeichnet:

„Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Frauen sind ihre Mütter …“

„Die Mütter der Gläubigen“ hatten eine wichtige Funktion in der jungen islamischen Gemeinschaft. Sie unterwiesen vor allem Frauen, manchmal auch Männer in geistigen Dingen, überlieferten und erläuterten Lehren des Propheten Muhammad (s.) in allen Lebensbereichen, halfen Kranken und Niedergeschlagenen und dienten der Sache des Islam auf vielerlei Art und Weise. Der Lebenslauf von allen Müttern der Gläubigen, gab nicht nur Einblicke in deren Familienleben und ihren Lebensumständen der damaligen Zeit, sondern zeigte auch ein anschauliches Beispiel für die Rolle der Frauen bei der Ausbreitung des Islam und war ein Schlüssel zum Verständnis vieler Quellentexte. Nach dem Ableben des Propheten durften die Frauen ihre Räumlichkeiten nicht mehr verlassen auch keine neue Ehe mehr eingehen, während normalerweise eine Witwe nach Ablauf der vorgeschriebenen Wartezeit wieder heiraten konnte. Damit sollte die hohe Stellung als „Mütter der Gläubigen“ nochmals gefestigt werden.

Gott möge Ihnen allen Frieden schenken!

Möge Gott, Al-Mu’min (der Wahrer der Sicherheit), der Barmherzigste allen Müttern auf der ganzen Erde, Sein Licht und Seine Liebe in Ihre Herzen legen!, damit Sie ihre Kinder mit viel Liebe und Licht und Achtung gegenüber andersdenkenden Menschen erziehen!

Alles Lob und aller Dank gebühren alleine Allah, unserem Gott, dem Herrscher am Tage des Gerichts.

Ihm alleine dienen wir und Ihn alleine beten wir an!

Friede sei auf Muhammad und seiner Familie, so wie auf allen Menschen, die Gutes tun und Schlechtes verbieten und die Frieden schaffen!

Einen gesegneten Freitag allen hier im Raum!

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