Freitagspredigt 18.8.2017

Menschenrechte im Islam  

In der Zeitschrift „Berliner Woche“, die jede und jeder in Berlin kostenlos in seinem Briefkasten vorfindet, habe ich am Mittwoch einen Artikel über Seyran Ates gelesen. Sie schreibt unter anderem: „ Wir hoffen, dass unter dem Dachverband der säkularen Muslime noch mehr liberale Moscheen in ganz Europa entstehen“

Wie oft stoßen wir auf Worte wie säkular, liberal. Dazu fehlen eigentlich nur noch die Wörter demokratisch  und humanistisch.

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Freitagspredigt

Sicher haben wir schon viele Vorträge gehört über das Wissen. Aber Wissen hat so viele Facetten und Bedeutungen und ist ungemein wichtig.

—-Das erste Wort , welches Allah Muhammad offenbarte, war „Lies!“  , etwas weiter heißt es: Der (das Schreiben) mit dem Schreibrohr gelehrt hat,    – lesen und schreiben!

Das bedeutet: Gleich von Anfang an wurden die Muslime zum Wissenserwerb aufgefordert.

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Freitagspredigt (21.07.2017)

Wahrlich, oh Ihr Menschen,
Wir erschufen Euch aus einem Mann und aus einer Frau,
Und Wir machten Euch zu Völkern und Stämmen,
Damit Ihr einander kennenlernt.

(Sure 49, Vers 13)

Nicht nur Islamwissenschaftler sind mit der historisch-kritischen Methode als Werkzeug für die Analyse von Texten vertraut. Die Methode lässt sich auch auf den Koran in seiner Form als Text anwenden. Dabei ist die historisch-kritische Herangehensweise als Teil der Exegese (Auslegung, Erläuterung, Interpretation) keine Erfindung der sogenannten westlichen Welt. Bereits im ersten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung begannen muslimische Gelehrte damit, den Kontext, in dem die einzelnen Suren und Verse offenbart wurden, schriftlich festzuhalten.

Ohne geschichtliches Hintergrundwissen gelangt man oftmals zu anderen Interpretationen, zu anderen Lesarten des Textes und erhält somit ein anderes Verständnis über die ursprüngliche Bedeutung der koranischen Suren und Verse. Manches hingegen – wie die eingangs zitierten Verse – erscheint auf den ersten Blick als klar und eindeutig, ohne dass weitere Erklärungen für ein unmittelbares Verständnis herangezogen werden müssten.

Jeder Mensch ist das Produkt seiner Eltern, einem Mann und einer Frau. Im Idealfall entwickelt sich das männliche Kind zu einem guten Sohn, zu einem guten Bruder und zu einem guten Freund sowie zu einem guten Ehemann, einem guten Vater und guten Nachbarn. Das weibliche Kind entwickelt sich dementsprechend zu einer guten Tochter und guten Schwester, zu einer guten Freundin und guten Ehefrau sowie zu einer guten Mutter und guten Nachbarin. Damit sind nur einige der vielen Rollen genannt, die sich prägend auf das Leben eines jeden Menschen auswirken.

Das Leben jeder einzelnen Person ist offensichtlich durch steten Wandel und sich wiederholende Kreisläufe geprägt. Folglich ist es angebracht, im Laufe des Lebens seine Ansichten zu ändern, beziehungsweise sie an neue Situationen anzupassen. Selbst Sterne und Steine – klassische Symbole des vermeintlich Ewigen und Unveränderlichen – verändern sich im Laufe der Zeit.

Ich habe das Privileg, dass ich zur Zeit viele Gespräche mit Besuchern unserer Moschee führen kann. Gegenüber all meinen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern betone ich, dass die Moschee allen offen steht. Ich betone ihnen gegenüber ebenfalls, dass alle Menschen Kinder dieser Erde sind. Das Leben aller Menschen führt von der Geburt an mehr oder weniger direkt in den Tod, mag der Weg dahin auch noch so unterschiedlich sein.

Aus meiner Sicht sind zwischenmenschliche Gespräche dann am interessantesten, wenn es darum geht, wie das Zurechtkommen mit Veränderungen individuell wahrgenommen und angegangen wird. Der Austausch und das geteilte Wissen darüber erschaffen immer wieder eine gemeinsame Basis, ermöglichen gegenseitiges Verständnis und bewirken Nachsicht im Umgang miteinander.

Wahrlich, oh Ihr Menschen,
Wir erschufen Euch aus einem Mann und aus einer Frau,
Und Wir machten Euch zu Völkern und Stämmen,
Damit Ihr einander kennenlernt.

Eröffnungs-Predigt vom 16.6.2017 (Seyran Ates)

Liebe ALLE

Wir haben uns hier versammelt, wir haben diesen Ort hier geschaffen, um gemeinsam unsere Religion auszuüben, um unsere Religion kennenzulernen und anderen zu vermitteln. Wir wollen Zeichen setzen gegen islamistischen Terror, gegen den Missbrauch unserer Religion.

Aber sehr viel mehr geht es uns doch darum, einen Raum zu schaffen, wo wir nicht immer GEGEN etwas kämpfen, sondern FÜR etwas.

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