Präambel

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes, der den Menschen in seiner Vielfalt geschaffen hat, soll die Gesellschaft dazu beitragen, das Zusammenleben von Menschen islamischen Glaubens in Deutschland nach den Regeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zu gestalten. Dabei sollen nicht nur Männer und Frauen, sondern auch die verschiedenen Richtungen des Islam, wie Sunniten, Schiiten, Aleviten und  andere Ausrichtungen des Islam, sowie Menschen aller legalen sexuellen Orientierungen und Identitäten, in allen Beziehungen vollkommen gleichberechtigt sein.

Religiöse Grundlage des Vereins ist ein säkularer liberaler Islam, der weltliche und religiöse Macht (din wa daula) voneinander trennt und sich um eine zeitgemäße und geschlechtergerechte Auslegung des Koran und der Hadithen bemüht.

Die Gesellschaft sieht sich darin in der Tradition historischer Vordenker eines liberalen, aufgeklärten Islam wie RUMI (Mevlana) und Ibn Rushd. Deren Lehren basieren auf der Liebe als die Hauptkraft des Universums, aber auch der Vernunft und Eigenverantwortung. Folgender Vers wird RUMI (Mevlana) zugeschrieben:

Komm! Komm! Wer du auch bist!
Wenn du auch Götzendiener oder Feueranbeter bist.
Komm wieder! Dies ist die Tür der Hoffnung nicht der Hoffnungslosigkeit.
Auch wenn du Tausendmal dein Versprechen gebrochen hast.
Komm! Komm wieder!

Ferner stammen von ihm 7 Ratschläge, denen wir uns verpflichten wollen,
Die 7 Ratschläge von RUMI (Mevlana) lauten:
1. Sei großzügig und hilfsbereit wie ein Fluss
2. Sei mitleidig und barmherzig wie die Sonne
3. Sei wie die Nacht beim bedecken der Fehler anderer
4. Sei wie ein Toter bei Wut und Erregung
5. Sei bescheiden und schlicht wie die Erde
6. Sei wie das Meer vergebend und nachsichtig
7. Entweder zeig Dich wie du bist, oder sei so wie du Dich zeigst

Darüber hinaus sollen den Lehren von Gläubigen, Sufis und anderen islamischen Gelehrten, die sich für Toleranz und Frieden unter Andersdenkenden eingesetzt haben, eine Plattform geschaffen werden.

Namhafte islamische Gelehrte standen mit ihrem Leben und ihrem Wirken für den Brückenschlag zwischen Islam und Aufklärung, bemühten sich stets um Toleranz und Weltfrieden. Nicht zu vergessen der großartige Johann Wolfgang Goethe. Ein Dichter und Denker, der im Islam die Liebe zur Natur und Gott in der Natur entdeckte.

Gerade in diesen Zeiten des 21. Jahrhunderts, in denen der Islam immer mehr nur mit Terror in Verbindung gebracht wird, sehen wir es als unsere Aufgabe an, aufzuzeigen, dass der Islam selbstverständlich mit Demokratie vereinbar ist.

Uns ist es ein besonderes Anliegen, unsere Kinder zu toleranten und offenen Menschen zu erziehen, die anderen Menschen mit Liebe, Neugier und Verständnis begegnen. In diesem Sinne soll unsere Moschee ein Ort der Vielfalt sein, wo Liebe und der Glaube an den liebenden und barmherzigen Gott uns vereint.

Selbstverständlich stehen unsere Türen auch denen offen, die sich zum Monotheismus (Judentum und Christentum) bekennen, denen, die an andere Götter glauben, und auch denen, die an keinen Gott glauben, um mit uns in den Dialog zu treten. Der Glaube an Gott, der alles erschaffen hat, schließt das unserer Ansicht nach mit ein.