Freitagspredigt vom 09.02.2018

Friedrich II. – Brückenbauer zwischen Europa und Orient

Das Geschlecht der Staufer hat das europäische Mittelalter entscheidend geprägt. Es sind vor allem zwei Staufer, die dem Jahrhundert zwischen 1150 und 1250 ihren Stempel aufgedrückt haben: Kaiser Barbarossa und sein Enkel Friedrich II.

Wer war er? Erbe zweier Mächte: ein Hohenstaufer und Normanne, zweimal zum König ausgerufen, heiliger römischer Kaiser deutscher Nation, als Kaiser wieder in seinen letzten Jahren abgesetzt.

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Muslim woman receives death threats after leading prayers in Kerala

Source/Quelle: The Guardian

A Muslim woman in the southern Indian state of Kerala has received death threats after leading prayers for a mixed congregation in an act of defiance against established Islamic practice.

Jamida Beevi is thought to be the first woman to lead Friday prayers in India for both male and female worshippers, doing so at Wandoor Cherukod village in Malappuram last week. She also delivered a sermon on gender justice.

For further reading: https://www.theguardian.com/world/2018/jan/30/muslim-woman-receives-death-threats-leading-prayers-kerala-india

Freitagspredigt vom 02.02.2018

Deutschland  und der Islam
(Predigt eines weiblichen Mitglieds unserer Gemeinde)

Immer wieder fällt der Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Wer sich mit der Geschichte von Deutschland ein wenig beschäftigt hat, weiß, dass es so nicht stimmt. Ich möchte darum einige Beispiele in der deutschen Geschichte anbringen.

Die Geschichte der deutsch-islamischen Beziehung hat starke Wurzeln, sie reicht weit zurück bis auf das Jahr 777, als Karl der Große auf dem Reichstag zu Paderborn den Gouverneur von Barcelona und Girona, Sulaiman al-Arabi, empfängt. Sulaiman war beim Emir von Cordoba Abd ar-Rahman I. in Ungnade gefallen.  Karl schloss mit ihm einen Beistandspakt ab. Dieses Treffen gilt als eine der ersten dokumentierten Begegnung der Deutschen mit einem Abgesandten aus der Welt des Islam im damaligen Frankenland. Vierzehn Jahre später kommt es dann zu ersten intensiven Beziehungen zwischen Karl, damals noch König und dem Abbasidenkalifen Harun al-Rashid zu Bagdad.

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Offener Brief zur Besetzung des Beirates am neu zu gründenden Institut für Islamische Theologie der Humboldt Universität

Mit einem offenen Brief hat sich die Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ateş an die Berliner Politik gewandt. Anlass ist die Besetzung des Beirats des neu zu gründenden Instituts für Islamische Theologie der Humboldt Universität. Dieser soll einzig mit Vertretern der Islamverbände besetzt werden, die zum einen nur einen Bruchteil der Muslime in Deutschland repräsentieren und zum anderen alle einen konservativen Islam vertreten. „Sie ignorieren mit Ihrer Entscheidung, dass der Islam in Deutschland deutlich pluraler ist, als er von den Islamverbänden repräsentiert wird.“, schreibt Ateş. „Mit der Ausbildung von Islamischen Theologen in Deutschland sollte doch eigentlich erreicht werden, dass auch andere als die traditionell-konservativen Inhalte im Studium vermittelt werden können. Wir wollten uns unabhängig machen von Imamen, die in anderen Ländern ausgebildet wurden und von der Lebensrealität in Deutschland wenig mitbekommen haben. Indem Sie nun den massiv aus dem Ausland finanzierten Islamverbänden den einzigen Zugriff auf die Gestaltung und Besetzung der Professuren des Studiengangs geben, führen Sie diese Idee ad absurdum“, so Ateş weiter.

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Freitagspredigt vom 19.01.2018

Geschwisterlichkeit im Islam

Gott betont immer wieder, dass die Muslime eine Familie, eine Gemeinschaft sind, also Brüder und Schwestern.

Aber dennoch gibt es immer wieder Kämpfe zwischen ihnen: Schiiten gegen Sunniten, besonders in Iraq oder Stamm gegen Stamm, das beste Beispiel waren die Kämpfe in Jemen. Gerade das wollte der Prophet Muhammad beim allerersten Fast-Kampf kurz nach dem Einzug des Propheten in Medina zwischen den Stämmen von Medina, verhindern.

Der Anlass war: Gleich nach der Ankunft des Propheten in Medina schloss er mit den Stämmen der Aws und Khazradsch und denen der dort angestammten Judenstämmen ein Bündnis, um eine Gemeinschaft von Gläubigen zu herzustellen, ohne dabei die unterschiedlichen Religionen anzutasten. Muslime und Juden erhielten den gleichen Status, eine Charta des Zusammenlebens und des gegenseitigen Beistands. Ich würde sagen, der erste Vorläufer unserer heutigen Vereinigten Nationen. Einfach toll zu der damaligen Zeit!

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Freitagspredigt vom 12.01.2018

Aberglaube

von Christian Awhan Hermann

Im Dezember des letzten Jahres bin ich sehr häufig über den arabischen Begriff „Schirk“ gestolpert. Auf diversen Internetseiten und in verschiedenen Onlineforen wurde von zumeist selbsternannten Expert*innen zuhauf das Feiern von Weihnachten als „Schirk“ bezeichnet, gern dann in einem Atemzug auch als „Aberglaube“. Überhaupt – so wurde gern dann auch vollmundig erklärt und betont und bekräftigt – alles was nicht zum Islam gehöre, was von Andersgläubigen praktiziert werde, alles andere außer die von ganz wichtigen Experten erlaubten religiösen Praktiken des Islam würden als „Schirk“ und als Aberglaube gelten. Wer nicht exakt den islamischen Regeln entsprechend lebe, sei dann auch gleich ein Ungläubiger, ein Höllenfeuerkandidat und eine Inkarnation des Teufels obendrein.

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Praktikum Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen

Startdatum: 15.02.2018 oder später

Dauer: max. 3 Monate oder länger als Pflichtpraktikum während eines Studiums

Die Ibn Rushd-Goethe Moschee vertritt einen progressiven Islam, der sich auf eine zeitgemäße Auslegung des Korans und der Hadithe stützt und sich gegen jegliche Form der Diskriminierung ausspricht. Wir treten dafür ein, dass Männer und Frauen sowie auch die verschiedenen Richtungen des Islam in unserer Gemeinde vollkommen gleichberechtigt sind. Dies gilt selbstverständlich auch für Menschen aller legalen sexuellen Orientierungen und Identitäten. Unsere Türen stehen auch denen offen, die sich zum Monotheismus (Judentum und Christentum) bekennen, denen, die an andere Götter glauben, und auch denen, die an keinen Gott glauben, um mit uns in den Dialog zu treten.

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Freitagspredigt vom 05.01.2018

Koran als eine Sphäre einer lebendigen Kommunikation zwischen Gott und Mensch

Ihr wisst: das Wort Koran bedeutet in der arabischen Sprache so viel wie Lesung, Rezitation, das Vortragen einer Botschaft von Gott. Ganz allgemein  gesagt: die grundlegende Bedeutung des Koran ist dieselbe wie die grundlegenden Botschaften der vorhergegangenen Bücher. Die darin enthaltenen Anweisungen, die dem Menschen eine Leitung, einen Weg geben, eine Rechtleitung, sind universell, für die gesamte Menschheit und für alle Zeiten. Die Sure 5:48 bestätigt es: „Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir (Muhammad) herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt.“

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Freitagspredigt vom 22.12.2017

Spenden

In dieser Jahreszeit wird besonders viel zu Spenden aufgerufen.

Eine Spende ist eine Hilfe, eine Unterstützung, die Förderung einer Sache oder einer Person. Sie kann freiwillig, anonym, privat, großartig, illegal, groß oder klein sein.

Spenden sind z.B. Geld, Kleidung, Medikamente, Lebensmittel, Blut, Organe, Materielles aller Art, aber auch Zeit, Liebe, Anerkennung, Wärme, Trost oder Energie. Auch eine Lebensphilosophie oder eine Vision sind Formen von Spenden.

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Freitagspredigt vom 15. Dezember 2017

von Christian Awhan Hermann

Der Ort, an dem wir uns gerade befinden, eröffnete fast auf den Tag genau vor sechs Monaten. Damit eröffnete er auch die Chance auf freiheitliche spirituelle Entwicklung. Er eröffnete Möglichkeiten für die – sowohl von innerhalb als auch außerhalb der Religion – diskriminierungsfreie Ausübung der religiösen Aufgaben und Rituale. Und er eröffnete die Gelegenheit für Freude und Erleichterung und Glück.

Seit sechs Monaten arbeiten die Mitglieder dieser Gemeinde an dem Auf- und Ausbau dieses Ortes, dieser Idee, dieser Vision. Dabei wurde aus einer kleinen Gruppe Menschen eine stetig wachsende Familie. Zusammen tun wir alles, was wir können, um die Welt ein bisschen besser und den Islam ein bisschen vielfältiger zu machen. Und es zeichnet sich ab, dass aus einem „bisschen“ bald wohl ein „erheblich“ werden wird.

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