Ehrenamtliche HelferInnen gesucht

Liebe Freunde, HelferInnen und UnterstützerInnen der Ibn Rushd-Goethe Moschee,

die Einweihung der Ibn Rushd-Goethe Moschee am 16. und 17. Juni 2017 war ein großer Erfolg. Landesweit und auch international wurde über die Eröffnung berichtet.

Idealerweise ist eine Moschee an allen Tagen der Woche rund um die Uhr zugänglich. Derzeit befinden wir uns in der Aufbauphase und sind bestrebt, die Moschee von 11:30 Uhr bis 22:00 Uhr zu öffnen. Dafür sind wir auf Unterstützung angewiesen, um dieses Angebot gewährleisten und ausweiten zu können.

Wir freuen uns über ehrenamtliche HelferInnen, die daran interessiert sind, sich für die Ibn Rushd-Goethe Moschee praktisch und konstruktiv einzusetzen.

Alle, die an einer Mitarbeit interessiert sind, können sich ab sofort bei uns unter Gemeinde@ibn-rushd-goethe-moschee.de melden.

Freitagspredigt

Sicher haben wir schon viele Vorträge gehört über das Wissen. Aber Wissen hat so viele Facetten und Bedeutungen und ist ungemein wichtig.

—-Das erste Wort , welches Allah Muhammad offenbarte, war „Lies!“  , etwas weiter heißt es: Der (das Schreiben) mit dem Schreibrohr gelehrt hat,    – lesen und schreiben!

Das bedeutet: Gleich von Anfang an wurden die Muslime zum Wissenserwerb aufgefordert.

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Unterstützung für Seyran Ates und die Moschee (Nachrichtensammlung)

Jeden Tag bekommen wir Nachrichten, die uns unterstützen, motivieren und manchmal auch rühren. Einige davon haben wir hier gesammelt:


Liebe Frau Ates,
Sie werden sicherlich zahlreiche Zuschriften erhalten, deshalb will ich mich kurz fassen.
Es hat mich mit großer Freude erfüllt, als ich von ihrer mutigen Tat erfuhr.
Besonders freut es mich, dass diese Initiative von einer Frau ausging, denn ich bin überzeugt, dass das Schicksal der Welt in dieser Zeit in die Hände der Frauen gehört.
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Koran erklärt: das Wort zum Freitag im Deutschlandfunk

von Christian M. Jolibois

Seit dem 6. März 2015 gibt es im Deutschlandfunk das Format „Koran erklärt“. Jeweils freitags um 9:55 Uhr trägt ein Sprecher Verse aus dem Koran vor, die von international renommierten Islamwissenschaftlern kommentiert und in ihrer geschichtlichen Bedeutung dargelegt werden.

„Es ist ausdrücklich keine muslimische Verkündigungssendung“, erklärte der Deutschlandfunk in seiner Pressemitteilung zum Start der Serie. Es gehe weniger um eine religiöse Ansprache der Hörer als vielmehr um eine sachgemäße Auseinandersetzung mit dem Inhalt der koranischen Verse und Suren sowie darum, einen „Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung zu leisten“.

Mit „Alle sprechen über den Koran, aber kaum jemand hat je darin gelesen“, beschrieb Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios, die Intention der Programmverantwortlichen. In einem Interview äußerte er sich dahingehend, dass man den Koran nur verstehen könne, wenn man ihn in seinen historisch-exegetischen Zusammenhang stelle.

Die Sendung „Koran erklärt“ vermittelt den Hörern auf einfache Weise solche Kenntnisse und Hintergründe über den Korantext. Der erste Beitrag vom 6. März 2015 behandelt das ewige Wort Gottes. Dr. Ömer Özsoy, Professor für Koranexegese an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und namhafter Vertreter der reformislamisch orientierten Schule von Ankara, erläutert dazu Vers 163 aus Sure 4.

Der Beitrag vom 28. Juli 2017 thematisiert die Verhüllung der Frau. Anhand von Vers 59 aus Sure 33 zeigt die pakistanisch-stämmige Dr. Mona Siddiqui, Professorin für Islamische und Interreligiöse Studien an der schottischen Universität Edinburgh auf, dass sich Gelehrte schon immer mit dem Kopftuch auseinandergesetzt haben. Allerdings in einer etwas anderen Weise, als dies heute geschieht.

Alle Beiträge von „Koran erklärt“ sind auf der Seite des Deutschlandfunks online abrufbar.

http://www.deutschlandfunk.de/koran-erklaert.2393.de.html

Imam Ludovic-Mohamed Zahed – zur Person

Am 28.7.2017 besucht Ludovic-Mohamed Zahed die Ibn Rushd-Goethe Moschee und hält dort die Freitagspredigt. Grund genug, sich seiner Person einmal genauer zu widmen. Ein Text von Henrich Mägdelein.

„DEN Islam gibt es nicht“, mit diesen deutlich differenzierten Worten stellt der Imam und bekennende Homosexuelle Ludovic-Mohamed Zahed gleich von Anfang an klar, dass es keine Konzentriertheit, kein Dogma geben darf. Denn Ludovic weiter, „sind die Gläubigen selbst die weiteren Wegbereiter.“ Der Muslim gestaltet seinen Glauben selbst. Gegen jegliche Form von Besessenheit in extremistischem Verhalten seitens Religionen oder Glaubensrichtungen ist es Pflicht des guten Menschen, eine liberale Position zu besetzen.

Ludovic vertritt die Meinung, dort aufzubegehren, wenn doch erkennbar ist, dass der eigentliche Grund, den Islam zu verteidigen nur darin liegt, Machtpositionen zu festigen, die Vermehrung des eigenen Geldes und Goldes zu sichern, sowie die Kontrolle der Deutungshoheit niemals aus der Hand zu geben. Dass man nun auf Widerstand stösst, so führt Ludovic fort, ergibt sich bereits aus dem Kontext heraus. Denn wo Andersdenkende, und das sah man bereits im 3. Reich, wie im Kommunismus, ihre Stimme erheben, wird es zart ausgedrückt Berührungsängste geben. Der Mensch eben, der anderen Angst einjagt, durch Androhung von Gewalt, leidet ja selber unter erheblicher Furcht. Der Verlust eben der eigenen Macht steht im Vordergrund der Angst.

Ludovic philosophiert und meint, der Koran stelle eine spirituelle Botschaft dar. Wie eben auch andere grosse Werke anderer Religionen. Die Scharia, so Ludovic weiter, sei menschengemacht, und nicht ein Werk, welche vom Himmel fiel.

Der Prophet selber, hier Mohamed angesprochen, auf den sich der Islam bezieht, war alles andere als homophob. Er selber nahm Verfolgte in sein Haus auf, um jene zu beschützen. „Mukhannathun“ wurden die sogenannten weiblichen Männer genannt. Die Geschichte um Sodom und Gomorrha, die immer wieder gerne dafür herhalten muss, dass Homosexuelle Teil des Chaos waren, ist schlichtweg falsch, so der Imam. Denn bei diesem geschichtlichen Beitrag geht es um Vergewaltigung, nicht um Homosexualtität.

Dass der Koran gerne falsch ausgelegt wird, im Sinne der Herrschenden ist aus der Geschichte des Christentums bestens bekannt. Auch die Bibel musste für alles erträgliche und unerträgliche herhalten. Der Koran selber hat explizit keine einzige Stelle, die darauf hinweist, dass Homosexualität verwerflich sei. Selbstredend ermutigt das radikale Kräfte, nach ihrem Werteverständniss, eine neue Interpretation des Koran zu erfinden. Dass der Koran selber, so die Historiker, eine Anzahl von ca. 7000 Interpretationen in den gesamten Suren zulässt, macht die Sache nicht leichter.

Ludovic-Mohamed Zahed selber ist nicht nur am liberalen Aufbau des Korans und des Islams Vorkämpfer, sondern auch ein „Hineinschauer“ in andere Felder von Spiritualität. Über einen langen Weg des Zweifels fand er durch den Zugang zum Buddhismus wieder zurück zu seinem eigentlichen Pfad. Die Tatsache, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden sollte, lässt ihn auch schliesslich dahin gelangen, welches man ursprüngliche Herkunft nennt. Der Islam wurde wieder neu entdeckt, und besser denn je. Denn so Ludovic weiter. „war ich überrascht, wie gut es ging.“

Die Vereinbarkeit des Islam mit der Homosexualität ist daher in keinster Weise so befremdlich, wie es augenscheinlich wirkt. Denn alles menschengemachte ist auch menschenvereinbar, solange sich der Akt auf Menschenliebe und Würde bezieht. Die Menschen in den verschiedenen Winkeln der Welt sind wahrlich Veränderungen nicht mehr gewöhnt. Andere Sichtweisen und Perspektiven zu erfassen, weit entfernt vom sogenannten eigenem realem Leben. Hier bietet sich an, aus gemachten Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, um nicht in die Falle vertrackter Interpretationen zu fallen. Sonst bleibt die Erfahrung einzig und allein nur das, was sie ist. Eine Hülle ohne Leben.

Dafür steht Ludovic-Mohamed Zahed wahrlich nicht, denn seine Mission des liberalen Gedankens scheint eine Medizin sein zu können, wenn sie denn gut gefüllt und proportioniert ist. Gut wirken kann sie, wenn nicht nur der Zeitgeist sich wandelt und eine neue Charakterform des Menschen entsteht. Sondern wenn auch immer wieder Menschen sich erheben, um dem liberalen Grundgedanken eine Stimme zu geben.

Freitagspredigt (21.07.2017)

Wahrlich, oh Ihr Menschen,
Wir erschufen Euch aus einem Mann und aus einer Frau,
Und Wir machten Euch zu Völkern und Stämmen,
Damit Ihr einander kennenlernt.

(Sure 49, Vers 13)

Nicht nur Islamwissenschaftler sind mit der historisch-kritischen Methode als Werkzeug für die Analyse von Texten vertraut. Die Methode lässt sich auch auf den Koran in seiner Form als Text anwenden. Dabei ist die historisch-kritische Herangehensweise als Teil der Exegese (Auslegung, Erläuterung, Interpretation) keine Erfindung der sogenannten westlichen Welt. Bereits im ersten Jahrhundert islamischer Zeitrechnung begannen muslimische Gelehrte damit, den Kontext, in dem die einzelnen Suren und Verse offenbart wurden, schriftlich festzuhalten.

Ohne geschichtliches Hintergrundwissen gelangt man oftmals zu anderen Interpretationen, zu anderen Lesarten des Textes und erhält somit ein anderes Verständnis über die ursprüngliche Bedeutung der koranischen Suren und Verse. Manches hingegen – wie die eingangs zitierten Verse – erscheint auf den ersten Blick als klar und eindeutig, ohne dass weitere Erklärungen für ein unmittelbares Verständnis herangezogen werden müssten.

Jeder Mensch ist das Produkt seiner Eltern, einem Mann und einer Frau. Im Idealfall entwickelt sich das männliche Kind zu einem guten Sohn, zu einem guten Bruder und zu einem guten Freund sowie zu einem guten Ehemann, einem guten Vater und guten Nachbarn. Das weibliche Kind entwickelt sich dementsprechend zu einer guten Tochter und guten Schwester, zu einer guten Freundin und guten Ehefrau sowie zu einer guten Mutter und guten Nachbarin. Damit sind nur einige der vielen Rollen genannt, die sich prägend auf das Leben eines jeden Menschen auswirken.

Das Leben jeder einzelnen Person ist offensichtlich durch steten Wandel und sich wiederholende Kreisläufe geprägt. Folglich ist es angebracht, im Laufe des Lebens seine Ansichten zu ändern, beziehungsweise sie an neue Situationen anzupassen. Selbst Sterne und Steine – klassische Symbole des vermeintlich Ewigen und Unveränderlichen – verändern sich im Laufe der Zeit.

Ich habe das Privileg, dass ich zur Zeit viele Gespräche mit Besuchern unserer Moschee führen kann. Gegenüber all meinen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern betone ich, dass die Moschee allen offen steht. Ich betone ihnen gegenüber ebenfalls, dass alle Menschen Kinder dieser Erde sind. Das Leben aller Menschen führt von der Geburt an mehr oder weniger direkt in den Tod, mag der Weg dahin auch noch so unterschiedlich sein.

Aus meiner Sicht sind zwischenmenschliche Gespräche dann am interessantesten, wenn es darum geht, wie das Zurechtkommen mit Veränderungen individuell wahrgenommen und angegangen wird. Der Austausch und das geteilte Wissen darüber erschaffen immer wieder eine gemeinsame Basis, ermöglichen gegenseitiges Verständnis und bewirken Nachsicht im Umgang miteinander.

Wahrlich, oh Ihr Menschen,
Wir erschufen Euch aus einem Mann und aus einer Frau,
Und Wir machten Euch zu Völkern und Stämmen,
Damit Ihr einander kennenlernt.

Spendenaufruf

Vor knapp einem Monat haben wir die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee eröffnet. Seit dem haben wir sowohl Solidarität und Unterstützung als auch Hass aus der ganzen Welt erfahren. Die Reaktionen waren so vielfältig und überwältigend, dass wir mit unserer ehrenamtlichen Arbeit kaum hinterher kommen. Es haben sich viele Menschen bei uns gemeldet, die Interesse an der Moschee haben, die nach Koranunterricht und Veranstaltungen fragen. All dem wollen wir gerne nachkommen, aber ehrenamtlich ist das nur schwer zu leisten.

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Wer war Ibn Rushd?

Die schwarze Nacht gab mir schwarze Augen,
Doch ich suche mit ihnen das Licht.

Dieses Gedicht schrieb Gu Cheng 1979 und dabei hatte er sicher weder Deutschland noch den Islam im Sinn. Genau deswegen eignet es sich in meinen Augen für den Einstieg in eine kurze Darstellung von Ibn Rushd als Philosophen. Wer war dieser Ibn Rushd und was hat er uns zu sagen? Er wird 1126 in Cordoba geboren und stirbt 1198 in Marrakesch. Sein Interesse gilt den Menschen: Ihren Körpern und ihrem Geist. Ibn Rushd wird ein berühmter Arzt und ein noch berühmterer Philosoph. Als solcher beschäftigt er sich vor allem mit Aristoteles und steht am Anfang einer Bewegung, die als Aufklärung die europäische Geschichte prägen wird.

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